Ein Thalsaal-Konzert gegen den Corona-Frust

Krauthobel ließen Pandemie für einen Abend fast vergessen.
Thal Die Zwangspause hat genervt und der Terminkalender ist immer noch extrem dünn, „aber wir sind froh, dass es endlich wieder möglich ist, hier im Thalsaal überhaupt spielen zu können“, freute sich Frontmann Jüri, alias Jürgen Ganahl, über ein kleines Heimspiel, denn der stimmungsvolle Saal im Vorderwald ist eine Location, in der die Montafoner Kultband immer wieder zu Gast ist und sich deshalb wie zuhause fühlt.
Nach langer Zwangspause
Fast eineinhalb Jahre war die Band – Jürgen (Jüri) Ganahl, Gitarre, Gesang; Christoph Bitschnau, Bass; Andrea Tschugmell-Plangg, Chor; Bernd Schnetzer, Schlagzeug; Johannes Ganahl, Gitarre und Marc Spagolla, Keyboards) auf musikalischer Tauchstation, ehe es Mitte August hoch über Schruns auf der Kapell-Panoramaterrasse endlich wieder losgehen konnte. Nach dem Auftritt in Thal findet sich im Terminkalender für heuer nur noch ein Termin – im Dezember in der Dornbirner Wirtschaft. Umso mehr legten sich Jüri & Co. ins Zeug – auch um sich ein wenig den Pandemie-Frust von der Seele zu spielen. Auch den Ärger, dass wegen Corona nicht nur das heuer geplante 25-Jahr-Jubiläum ausfiel, sondern auch die für diesen Anlass avisierte neue CD nicht eingespielt werden konnte.
Alt, aber gut – weil neu verpackt
Dass unter diesen Vorzeichen kein Feuerwerk an neuen Titeln möglich war, konnten die Fans verschmerzen, denn Krauthobel hatte alte, aber gute Hits nicht nur mit vollem Einsatz interpretiert, sondern auch neu verpackt. Das fing schon mit der Saalausstattung an: Bei einer kürzlich stattgefundenen Hochzeitsfeier wurde der Saal mit einer Rundum-Lichterkette ausgestattet. Und weil diese etwa 150 steuerbaren gelben Lämpchen dem Saal ganz neue Lichteffekte gaben, „haben wir diese Lichterkette einfach behalten“, so Günter Wirthensohn.
Nicht nur mit Instrumenten
Krauthobel ließ es aber nicht nur mit dieser interessanten Neuerung bewenden und hatte selbst optische Effekte mitgebracht: Die Band spielte nicht nur mit ihren Instrumenten, sondern auch mit den Nebelmaschinen und den Lichtkanonen. Geschickt wechselten die Nebelschwaden ihre Intensität vom dünnen Schleier bis zur bedrohlichen dichten Wolke. In anderen Liedern wieder faszinierte der abrupte Farbwechsel, wobei die Lichttechniker die Bühneneffekte durch das Zuschalten der Saal-Lichterkette verstärkte. Die optische Untermalung schuf eine tolle Atmosphäre im Saal und ließ für zwei Stunden vergessen, dass Corona noch immer allgegenwärtig ist: Zutrittskontrolle nach 3-G-Regeln und der eine oder andere leer gebliebene Stuhl im gutbesuchten Saal machten klar, dass man weiter achtsam bleiben muss, um der Pandamie Herr zu werden.
Mitgefreut und mitgesungen
Beim Krauthobel-Konzert blieben solche Probleme für einen Abend lang ausgeblendet und in einer tollen Atmosphäre funkte es zwischen Band und Publikum schnell. Bei manchen Liedern sangen die Fans mit und ließen sich oft zu Standing Ovations hinreißen – auch beim Ohrwurm „Jugadjohr“, mit dem Krauthobel nach einigen Zugaben das Konzert unwiderruflich beendete. Und damit war dann endgültig Schluss – weitere Zugaben gab es nur noch als CD zum mit nach Hause nehmen. STP


