Die Alte Stickerei setzt erneut Ausrufezeichen

HE_Brege / 06.10.2021 • 14:56 Uhr
Bgm. Böhler: „Events wie diese sind das, was wir uns für die Alte Stickerei vorstellen.“
Bgm. Böhler: „Events wie diese sind das, was wir uns für die Alte Stickerei vorstellen.“

Jungautor Tobias March begeisterte mit Lesung aus erstem Buch.

Fußach Seit das Poolbar-Festival mit seinem Gastspiel in der Alten Stickerei in Fußach einen Impuls setzte, hat sich die neue Event-Location über die Gemeindegrenzen hinaus bereits einen Namen gemacht. „Es gab eine Fotoausstellung und ein kleines Dorffest anlässlich der Präsentation der ersten Stelen des geplanten Fußacher Geschichtswegs und wir bekamen inzwischen schon mehrere Anfragen“, freut sich Bürgermeister Peter Böhler, der das Event-Geschehen in der Alten Stickerei zur Chefsache gemacht hat.

Einen Treffpunkt entwickeln

Was der Gemeindechef und seine Mitstreiter in der Alten Stickerei entwickeln wollen, wurde schon nach den ersten Events erkennbar: Mit vielfältigen Aktivitäten soll die Location zu einem Treffpunkt für Fußacherinnen und Fußacher und auch der Vereine werden. Der Frühschoppen zur Stele-Installation hat aufgezeigt, wie auch der kleine Park in das Geschehen einbezogen werden kann. Die Fotoausstellung gab einem heimischen Hobbyfotografen eine Plattform zur Präsentation seiner interessanten Beobachtungen der Vogelwelt im Rheindelta. Die Ausstellung lockte nicht nur zahlreiche Besucher an, sie fand auch einen Interessenten, der plant, sie zu erwerben und daraus eine Dauerausstellung zu machen.

Ein weiterer Volltreffer

Noch während die Fotoausstellung lief, wurde die Alte Stickerei für eine andere Aktion genützt: Der Fußacher Student und Autor Tobias March lud zu einer Lesung ein, bei der er sein erstes Buch „Lebensgeschichten“ vorstellte. „Das Interesse war so groß, dass wir auf Werbung verzichten konnten – wir mussten bei den Reservierungen sogar ,bremsen‘, denn das Platzangebot in dem ehemaligen Stickereilokal war bis zum letzten Platz ausgebucht“, freut sich Böhler mit dem Autor.

Groß war auch die Freude bei Tobias March, der bei der Lesung von seiner Schwester Sarah musikalisch begleitet wurde. Lesen und schreiben ist die große Leidenschaft des 21-Jährigen, der seit er lesen kann wohl der fleißigste Kunde der Fußacher Bücherei ist. Über diese hat er auch Kontakte mit der Jungen Szene in der Vereinigung Literatur Vorarlberg gefunden, der er seit zehn Jahren angehört und wo er in Erika Kronabitter eine wichtige Förderin seiner Ambitionen hat. In vielen Workshops hat er bei ihr auch das Rüstzeug für seine ersten schriftstellerischen Gehversuche gewonnen.

Denn „seit einigen Jahren bleibt es nicht nur beim Lesen, ich schreibe Kurzgeschichten, Essays und Gedichte“, verrät er im Gespräch in der Sitzecke der Alten Stickerei. Auch mit Romanen hat er sich schon versucht, „die blieben allerdings unvollendet in den Anfängen stecken“.

Denkanstoß im Pflegeheim

Die Motivation, ein Projekt durchzuziehen, fand er während seines Zivildienstes. „Nach der Matura war ich als Zivi im Pflegeheim Höchst tätig. Es war für mich eine unglaublich wichtige Erfahrung und ich beschloss, dass ich diese aufzeichnen muss, um sie weiterzugeben“, ist er stolz auf sein Erstlingswerk. Es sei faszinierend gewesen, sich auf Heimbewohner einzustellen, auf ihre Eigenheiten einzugehen und ihren unterschiedlichen Erwartungen gerecht zu werden und so mitzuhelfen, ihren Lebensabend möglichst angenehm zu gestalten. Schmunzelnd erinnert er sich an eine über 100-Jährige, die partout auf ihrem gewohnten Kaffee bestand. „Also brachten Angehörige ihre gewohnte Kaffeemaschine und die seit Jahrzehnten verwendete Kaffeesorte ins Pflegeheim und ich habe ihr ihren exklusiven Kaffee gekocht.“

Neben seinem Studium

Inzwischen studiert Tobias in Wien Deutsch und Biologie auf Lehramt – und wurde jetzt von Büchereileiterin Ingrid Preiner und der Vereins­obfrau Angelika Felder zu dieser Lesung ermutigt. Neben seinem Studium will
er weiter schriftstellerisch tätig
bleiben, zumal ihm der Erfolg mit seiner ersten Lesung ein großer Ansporn war. Weitere Lesungen sind bereits geplant und sein Erstlingswerk wird wohl bald eine Fortsetzung erfahren. stp

Tobias March freute sich mit seine Schwester Sarah, Ingrid Preiner und Angelika Felder über den großen Erfolg der Lesung in der Alten Stickerei.stp/2
Tobias March freute sich mit seine Schwester Sarah, Ingrid Preiner und Angelika Felder über den großen Erfolg der Lesung in der Alten Stickerei.stp/2