Allen Widrigkeiten zum Trotz weiße Fahne für HLT

HE_Brege / 30.06.2021 • 15:32 Uhr
Zum Abschied kleine Aufmerksamkeiten – KV Alvarez Sanchez gab den Dank zurück.
Zum Abschied kleine Aufmerksamkeiten – KV Alvarez Sanchez gab den Dank zurück.

Nachwuchs in Tourismusberufen bewies Improvisationstalent.

Bezau, egg Gut dreieinhalb (Schul-)Jahre lief alles nach Plan, die letzten 15 Monate waren jedoch eine besondere Herausforderung, die von den 26 Maturantinnen und zwei Maturanten ebenso bravourös gemeistert wurden wie die abschließende Matura. „Alle bestanden!“ konnten Klassenvorstand Bernhard Alvarez Sanchez und Direktor Mario Hammerer voll Freude vermelden. So wie ihre Kolleginnen und Kollegen der Bezauer Handelsakademie organisierte auch die Maturaklasse der Höheren Lehranstalt für Tourismus ihr Valet in Schetteregg, wo es die Familie Albrecht im Schetteregger Hof möglich machte, den erfolgreichen Schulabschluss unter Einhaltung der Coronaregeln gebührend zu feiern und sogar symbolisch eine weiße Fahne zu hissen.

Organisatorischer Hindernislauf

Der Schultyp hat es vorgegeben: Für die Schülerinnen und Schüler der Höheren Lehranstalt für Tourismus sind u. a. Praktika im In- und Ausland vorgesehen, ebenso Exkursionen und Sprachreisen – „seit mehr als einem Jahr war vieles nicht mehr möglich“, resümierte Dir. Mario Hammerer. Zum organisatorischen Hindernislauf wurden auch die Projektarbeiten. Konzipierte Veranstaltungen mussten abgesagt werden und auch anderweitig war Improvisieren angesagt. Highlights wie der Schüleraustausch mit China oder die Einsätze bei den Olympischen Spielen in Tokio (Sommer 2020) und der Expo in Dubai (Anfang 2021) fielen aus. Stattdessen Homeschooling und ständiges Improvisieren bis zur Matura. Dafür engagierte man sich bei Wettbewerben und war dort erfolgreich wie selten zuvor.

Berührende Gedanken

Bei aller Freude und Ausgelassenheit – nach fünf Jahren Klassengemeinschaft und gemeinsamem Lernen war der Abschluss eines großen Lebensabschnitts auch Anlass für besinnliche Momente. Klassenvorstand Bernhard Alvarez Sanchez erinnerte daran, dass ihm der ständige Dialog mit der Klasse wichtiger war als der sture Lehrplan. Es mache ihn stolz, dass es immer gelungen sei Kompromisse zu finden, wenn man Dinge ausdiskutiert habe. Was unverzichtbar hinter Wissensvermittlung und Bildung stehen müsse, erklärte er anhand eines berührenden Briefes eines KZ-Überlebenden, der mit dem eindringlichen Appell schließt: „Lesen, Schreiben und Rechnen sind nicht wichtig, wenn sie nicht dazu dienen, unsere Kinder menschlicher zu machen.“ Er habe diesen Auftrag ernst genommen und es sei ihm deshalb viel wichtiger gewesen, „als euch mit Lehrstoff vollzupumpen, mit euch zu sprechen, euch zuzuhören, mit euch zu diskutieren und an verschiedenen Projekten zu arbeiten.“ Am Ende freue er sich, „so tolle junge Erwachsene auf ihrem Weg begleitet zu haben.“ Er werde die Klasse vermissen und sich freuen, „wenn ihr von euch hören lässt, oder wenn ihr auf einen Kaffee vorbeikommt.“ Eifrig gelernt wurde natürlich auch – das außergewöhnlich gute Ergebnis der Matura unterstreicht dies eindrucksvoll: Alle haben bestanden, sieben davon mit ausgezeichnetem und neun mit gutem Erfolg. Ein guter Grund, ein letztes Mal in der Klassengemeinschaft zu feiern, gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie den stolzen Eltern. Wie schon eine Woche zuvor die HAK-Absolventen begleitete „Walt“ auch die HLT-Klasse beim Valet musikalisch. Mit ausgezeichnetem Erfolg maturierten (auf dem Bild vorne v. l.): Sandra Bereuter, Soraya Bilgeri, Valeria Gunz, Elanur Gür, Sarah Kleber, Carla Lingg, Elena Metzler. Mit gutem Erfolg (hinten v. l.): Jessica Barta, Anja Beyer, Sara Drexel, Hannah Düringer, Paula Kornexl, Anna Schneider, Selina Steurer, Michelle Zündel, es fehlt Elisabeth Letsch. Neben den Reifezeugnissen gab es von der Wirtschaftskammer, den Universitäten Siena und Cambridge usw. zahlreiche Zertifikate für absolvierte Zusatzqualifikationen. STP

Es passte zu den Herausforderungen der Schuljahre: Auch mit der weißen Fahne mussten Absolventinnen mit ausgezeichnetem bzw. gutem Erfolg improvisieren. STP/3
Es passte zu den Herausforderungen der Schuljahre: Auch mit der weißen Fahne mussten Absolventinnen mit ausgezeichnetem bzw. gutem Erfolg improvisieren. STP/3
Von Englisch-Lehrerin Cäcilia Bischofberger gab es Cambridge-Zertifikate für Sarah Kleber, Anna Schneider, Elena Metzler, Elias Lorenz und Elanur Gür.