Hotel-Gastro-Konzept geht in Bezau auf

Gams in Bezau: Trennung der Bereiche Hotel und Gastronomie für den Tagesgast.
Bezau Traditionsgasthäuser, die im Laufe der Jahrzehnte – oft sogar Jahrhunderte – immer weiter entwickelt wurden, um sich heute als Top-Hotel zu präsentieren, haben meist ein Problem damit, unterschiedliche Interessen und Erwartungen unter einen Hut zu bringen: Hier der Hotelgast, der das Ambiente eines Nobelhotels genießen will – dort der Tagesgast, der sich mit Freunden trifft, um sein Feierabendbier in gewohntem, eher rustikalem Umfeld zu trinken oder der Gast, der einkehrt, um einen Ausflug mit einem Essen abzurunden.
Schwieriger Spagat geschafft
Gastronomen und Architekten zerbrechen sich die Köpfe, Kompromisse zu finden – es gelingt nicht immer zur Zufriedenheit der Wirte und der Gäste. Dass Lösungen möglich sind, stellen Ellen Nenning und Andreas Mennel in der Bezauer Gams unter Beweis – sie haben lange getüftelt, bis ihnen der schwierige Spagat gelungen ist. Beim umfassenden Relaunch wurden das Genießer- und Kuschelhotel „Gams zu zweit“ und das Stammhaus „Gams 1648“ konsequent getrennt, so dass einander Hotel- und Tagesgäste nicht mehr in die Quere kommen. „Ich bekomme viele positive Rückmeldungen, die Gäste fühlen sich wohl bei uns – egal, ob als Hotelgäste oder Tagesgäste“, freut sich Ellen Nenning im Gespräch mit der VN Heimat. Viel zu diesem Wohlfühlerlebnis tragen ausgefallene Lösungen und originelle Ideen bei. Im Hotelbereich schafft besonders der auskragende Skypool im Dachgeschoß ein Aha-Erlebnis, ebenso die komplett überarbeiteten Kuschelsuiten und deren Krönung, die „Oh-my-god-Suite“. Neu sind auch die gläserne Höllensauna oder der Coolpool.
370 Jahre Tradition spürbar
Auch das Stammhaus aus dem Jahre 1648 wurde umgestaltet, wobei größter Wert darauf gelegt wurde, 370 Jahre Tradition spürbar zu machen. Dazu wurde das Haus vom Keller über vier Stockwerke geöffnet, alte Bausubstanz freigelegt und unter dem Namen „Gams 1648“ ein Ort für besondere Zusammentreffen geschaffen. So warten in einem elf Meter hohen Weinregal über 10.000 Flaschen Wein darauf, entdeckt zu werden. Ein goldener Pizzaofen aus Neapel steht mitten im Raum. Im Lokal steht auch ein riesiger kupferner Sennkessel, für den eine neue Verwendung gefunden wurde – eisgefüllt ist er ein außergewöhnlicher Kühlschrank. Und bei besonderen Anlässen kann die Bewirtung – wie bei „Bezau geht nach draußen“ praktiziert – auf den Dorfplatz ausgedehnt werden. STP

