Bierbrauer – ein Zukunftsberuf für Genießer

HE_Blude / 25.10.2022 • 14:31 Uhr
Braumeister Benedikt Ruthardt (31) gibt sein Wissen an Lehrling Tim Ziolek (22) weiter.Sabrina Schneider
Braumeister Benedikt Ruthardt (31) gibt sein Wissen an Lehrling Tim Ziolek (22) weiter.Sabrina Schneider

Die Lehre als Brau- und Getränketechniker eröffnet Tim Ziolek (22) attraktive Berufschancen.

Lehre Tim kommt aus Reuthe, absolvierte die Bezauer Wirtschaftsschulen. Seine Diplomarbeit widmete er dem Thema „Marketingkonzept für die Schnapsbrennerei brenn. in Bizau“ und ließ seine Affinität erkennen. Nach dem Abschluss wurde er auf die Brau- und Getränketechnik-Lehre aufmerksam. „Die Lehrinhalte haben mir gefallen, kurz vor Corona habe ich mich bei der Mohrenbrauerei beworben, eine Woche geschnuppert und nach dem Zivildienst beim Roten Kreuz im September 2020 meine Ausbildung gestartet“, schildert Tim.

Bierherstellung

Jeweils zwischen zwei und drei Monaten wird Tim im Rahmen eines Rotationsplans in den verschiedenen Abteilungen der Brauerei ausgebildet. Derzeit arbeitet er im Gärkeller. Sein Vorgesetzter dort ist Braumeister Benedikt Ruthardt (31). Der gebürtige Schwabe hat erst vor zwei Wochen beim Vorarlberger Traditionsunternehmen gestartet: „Ich habe Frau und Kind und wir waren auf der Suche nach einem Plätzchen, wo es uns auf lange Sicht gefällt.“ Die Wahl fiel auf die Bodenseeregion und so gibt Benedikt sein Wissen jetzt an Tim weiter und bringt ihm bei, was beim komplexen Prozess der Bierherstellung alles zu beachten ist.

Staplerschein und Biersommelier

Vieles davon kennt Tim schon aus der Theorie: Einmal pro Lehrjahr geht es für zehn Wochen in die Berufsschule nach Klosterneuburg. Dort wird das theoretische Fachwissen, vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt, vermittelt – Exkursionen zu umliegenden Bier- und Getränkeherstellern inklusive.

Was den praktischen Teil der Saft- und Limonaden-Produktion betrifft, hat Tim vier lehrreiche Wochen beim Ausbildungspartner Pfanner in Lauterach absolviert. Auch sonst ist er im Rahmen seiner Ausbildung viel unterwegs: Anfang September war er eine Woche als Erntehelfer in Tettnang, wo es galt, den Hopfen einzubringen. Derzeit macht er eine Ausbildung zum Biersommelier und Ende Oktober steht der Staplerschein in seinem Ausbildungsprogramm. Das monatliche Lehrlingseinkommen für angehende Brau- und Getränketechniker/-innen ist attraktiv: Stattliche 1.965 Euro brutto bekommt Tim seit Beginn des dritten Lehrjahrs.

Gute Zukunftsaussichten

„Mit Tim und seinem Kollegen Florin, die ihre Ausbildung bereits 2020 begonnen haben, und unseren drei neuen Lehrlingen, die seit September bei uns sind, haben wir eine solide Basis an Nachwuchs“, freut sich Personalleiterin Cornelia Vallaster. Brau- und Getränketechnik wird jedoch bei vielen Lebensmittelproduzenten durch den Lehrberuf Lebensmitteltechnik abgelöst. „Wir werden daher unser Engagement in der Lehrlingsausbildung verstärken, um Fachkräfte in unserem Kernkompetenzbereich zu sichern“, betont sie. Eine kluge Entscheidung, da den Gesellen/-innen viele Optionen offenstehen. „Ich habe Kollegen, die sind in der Pharmaindustrie tätig, weil sie sich profundes Wissen über Lebensmitteltechnologie angeeignet haben“, berichtet Benedikt. Auch Tim hat schon Pläne: „Nach dem Lehrabschluss möchte ich bei der Mohrenbrauerei bleiben und dann vielleicht den Braumeister in Angriff nehmen.“