Klug geplant vermeidet später Ärger

Die Erstellung des Grundrisses ist eine der wichtigsten Aufgaben bei der Planung eines Hauses.
PLANUNG Der Grundriss beeinflusst nicht nur die spätere Nutzung des Hauses, sondern auch sein äußeres Erscheinungsbild. Vor dem Grundrissentwurf sollten sich Bauherren fragen, welche Räume sie benötigen. Wer zu groß baut, baut zu teuer. Weniger ist häufig mehr, und das Gefühl von räumlicher Weite hängt nicht nur von den verfügbaren Quadratmetern ab, sondern auch von sinnvollen Raumanordnungen und -zuschnitten. Ein klarer, schnörkelloser Grundriss funktioniert im Alltag am besten, kann flexibel gestaltet werden und bietet auch bei begrenzter Fläche ausreichend Platz. Dagegen kosten verwinkelte Bereiche und Nischen wertvolle Fläche und erschweren das Aufstellen von Möbeln. Annähernd quadratische Räume ohne Rücksprünge bieten die meisten Möglichkeiten zum Möblieren.
Zu einem behaglichen Wohngefühl in den Aufenthaltsräumen trägt unter anderem ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Glasflächen und geschlossenen Wandflächen bei. Großflächige Verglasungen sehen zwar gut aus, gehen jedoch häufig zu Lasten geschützter Bereiche. Ein gewisser Anteil geschlossener Wandflächen kann ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln.
Außerdem erschweren große Glasflächen das Platzieren von Möbeln. In Schlaf- und Kinderzimmern lassen raumhohe Einbauschränke, die von Wand zu Wand reichen, den Raum optisch größer wirken, während Einzelschränke und -regale optisch in den Raum ragen und unter Umständen zu kaum nutzbaren Restnischen führen. Kleine Kinder wiederum brauchen Platz zum Spielen, während sie sich dabei
gerne in der Nähe der Eltern aufhalten. Ältere Kinder hingegen schätzen ihr eigenes Reich, in das sie auch Freunde einladen können. Leider werden Kinderzimmer häufig kleiner als Elternschlafzimmer geplant.
Küchen und Bäder sollten stets übereinander oder nebeneinander angeordnet werden, damit die nötigen Wasserleitungen wirtschaftlich in einer Wand verlegt werden können. Der Eingangsbereich ist die Visitenkarte des Hauses. Ist die Haustür von außen gut erkennbar und bequem zugänglich, wirkt
das Haus einladender, als wenn man den Hauseingang zum Beispiel nur über den Carport erreichen kann.
Genug Platz schaffen
Wenn im Windfang oder in der Eingangsdiele mindestens zwei Personen gleichzeitig Schuhe und Jacken ablegen können, ist das bequemer und alltagstauglicher, als wenn sie durch das Nadelöhr einer minimal bemessenen Garderobe das Haus nur einzeln betreten können. Ein bis zwei Quadratmeter mehr im Eingangsbereich vermeiden Stress beim Ankommen und Gehen und lassen sich durch eine gute Grundrissplanung an anderer Stelle leicht wieder kompensieren. Nicht zuletzt spielen die Himmelsrichtungen beim Grundrissentwurf eine entscheidende Rolle. Wenn das Haus von Norden oder von Osten erschlossen wird, können auf der Nord- und Ostseite die Nebenräume liegen und als Klimapuffer dienen, während die ruhige Südseite den Aufenthaltsräumen vorbehalten ist und große Fenster dort zum passiven Solarenergiegewinn beitragen können. Ist die Erschließung jedoch nur von Süden möglich und liegt der ruhige Bereich des Grundstücks nach Norden, muss ein ausgeklügelter Grundriss für genügend Ruhe, Sonne und Tageslicht in den Wohnräumen sorgen.