Internationale Werke im Biosphärenpark

In der Scheune Lehen läuft die Gruppenausstellung „Flügel bauen“.
ST. GEROLD Die idyllisch gelegene Scheune Lehen ist derzeit Schauplatz der „beflügelnden“ Gruppenausstellung „Flügel bauen“. Dorothea Rosenstock – sie lebt in Bludenz – kuratiert die Schau gemeinsam mit ihrer Künstlerkollegin Judith Batlogg aus Lorüns. Zu bestaunen gibt es Werke der beiden Kuratorinnen sowie der Künstler Irene Dworak und Verena Rupert, beide aus St. Gerold, Hannes und Monika Ludescher aus Zwischenwasser, Anna Rubin (Kärnten), Sara Lundén (Finnland), Teddy Liho (Bulgarien) und Guido Franco Ferrari (Argentinien). Letztgenannter wäre gerne ins Ländle zum Event angereist, hatte aber ordentlich Pech, denn sein Flug wurde gleich zwei Mal abgesagt. So kamen seine Arbeiten eben auf digitalem Weg ins Walsertal. Ein Exponat von Lundén war bei der Vernissage noch unterwegs, ist inzwischen aber im Walsertal eingelangt.
Das große Besucherinteresse bei der Vernissage brachte die Augen der beiden Kuratorinnen zum Leuchten. „Es lohnt sich, die Ausstellung zu besuchen. In der Scheune Lehen sind alle eingeladen, gemeinsam mit uns abzuheben“, sagte Rosenstock im Gespräch.
Vor gut einem Jahr trafen sich die Kuratorinnen in der Propstei, um ihre spannende Idee für die Ausstellung „Flügel bauen“ zu formulieren. Ursprünglich hätte die Ausstellung im ehemaligen Kreuzgang der Propstei stattfinden sollen. Doch es kam anders, da in der Propstei Renovierungsmaßnahmen dringend notwendig waren. Die Suche nach einem neuen Ort für die Ausstellung nahm ein glückliches Ende bei Irene Dworak-Dorowin in der Scheune Lehen. „Wir sind da gelandet, und es ist ein ganz besonderer Ort“, schwärmte Rosenstock. Zur Feier des Tages griff sie im Laufe der Veranstaltung zur Viola, um gemeinsam mit vier weiteren Musikern, unter ihnen Markus Brandtner und Künstlerkollege Johannes Ludescher, dem kunstaffinen Publikum zusätzlich musikalischen Genuss zu bereiten.
Flügelbauerin geworden
Herzlich willkommen geheißen wurde bei der Ausstellungseröffnung die ehemalige Geschäftsführerin der Bludenz Kultur gGmbH, Miriam Schreinzer aus Wien. Sie konnte im Vorfeld der Ausstellung als Vernissagerednerin gewonnen werden und meinte dabei mit einem charmanten Augenzwinkern: Auch sie sei zur Flügelbauerin geworden. In jüngerer Zeit führte sie viele Interviews mit den charismatischen Künstlern, um diese im Rahmen der Vernissage der aufmerksamen Zuhörerschaft optimal vorstellen zu können. Das Thema der Ausstellung, „Flügel bauen“, sei eine erdige Angelegenheit. Es gehe um das Tun, das In-Aktion-Sein und das sperrige Bauen, um aus der Schwere in die Leichtigkeit zu führen und anderen nahe zu sein. „Flügel bauen ist auch dazu da, um sich zu verbinden – mit der Welt und mit Freunden. Es ist eine Metapher für ein Netzwerk und eine Form der Kommunikation“, so Schreinzer.
Die Ausstellung dauert noch bis einschließlich 10. Oktober. Die Öffnungszeiten sind freitags von 18 bis 21 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Heute, Freitag, gibt es Akkordeonklänge von Aglaia zu hören. Am 8. Oktober wird gejodelt. Zur Finissage am 10. Oktober ist zudem eine Jamsession geplant. SCO

