Historische Entdeckung

HE_Blude / 10.02.2021 • 11:11 Uhr
Historische Entdeckung

Das einstige „Haid-Haus“ wurde durch einen Neubau ersetzt.

Innerbraz Das „Haid-Haus“, datiert bis in das 14. Jahrhundert zurück, diente während des Bahnbaus in den Jahren 1880 bis 1884 als Bleibe und Versorgungsstation für viele trentinische Arbeiter. Die Aufschrift „Albergo“ zeugte bis zum Abriss des Gebäudes davon. Bis in die 1960er-Jahre galt das sogenannte „Haid-Haus“ als Lebensmittelgeschäft zusammen mit dem Dorfbrunnen und der Maria-Hilf-Kapelle als beliebter Treffpunkt der „Mühleplätzler“. Vor mehreren Jahren wurde das „Haid-Haus“ von der Gemeinde Innerbraz angekauft, aber das denkmalgeschützte, von einer langen Geschichte geprägte Haus bekam keinen neuen Verwendungszweck. Das Ehepaar Hanneke und Hans Herms aus den Niederlanden kaufte das leerstehende Gebäude schließlich und wollte dieses restaurieren. Es stellte sich aber bald heraus, dass man das Haus so nicht erhalten kann. Zunächst konnte noch das alte Riegelwerk und der Keller vor dem Zusammenbruch bewahrt werden, doch auch diese zwei Relikte mussten letzten Endes weichen.

Altes Gebälk

So entstand ein neues, schönes Haus, das sich sehr gut in die Gegend eingegliedert hat. Das „neue Haid-Haus“, wie es liebevoll von den „Mühleplätzler“ genannt wird, bietet den neuen Besitzern Räumlichkeiten für eine Wohnung und Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Nachkommen. Mittlerweile hat das Ehepaar Herms ihren Wohnsitz von den Niederlanden nach Innerbraz verlegt und bewohnt das Haus ganzjährig. Ein Juwel konnte Hans Herms noch retten: „Im Gebälk des alten „Haid-Hauses“ habe ich eine Inschrift entdeckt. Wir haben dieses Teil herausgesägt und in Sicherheit gebracht“, erklärt Hans Herms. Seit Kurzem steht eine Sitzbank vor dem Haus, den Balken mit der Inschrift „1740 Mathis Fritz Maria Bargere“ hat Hans Herms als Lehne verwendet. Historiker Christof Thöny fand im Nachlass von Karl Fritz, einem Familien- und Heimatforscher aus Bludenz, einen Ordner zu Braz. In diesem fand er die Personen Mathias Fritz und Maria Bargehrin.

Historisches Stück

Das Paar hatte 14 Kinder, die zwischen 1711 und 1730 geboren worden sind. Nach dem Ehebuch zufolge haben sie im Jahr 1710 geheiratet, Mathias Fritz stammte aus Dalaas. Diesen Daten nach liegt die Vermutung nahe, dass bei der vorhandenen Inschrift irgendwann die Zahlen nachgearbeitet wurden und aus dem „Einser“ wurde ein „Vierer“. Somit würde die Jahreszahl das Heiratsdatum des Ehepaares darstellen. So ist wenigstens
ein kleines historisches Stück von dem ehemaligen geschichtsträchtigen „Haid-Hauses“ übriggeblieben. DOB