2021, das Jahr ohne Fasching

Die fünfte Jahreszeit fällt heuer auch
im Klostertal aus.
Klostertal Bereits am 11. November hätten die Klostertaler Rutschifenggen Guggamusik ordentlich Stimmung gemacht und die fünfte Jahreszeit im Klostertal eingeläutet. Leider macht ihnen das Coronavirus einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Es finden keine Faschingsumzüge, keine Faschingsbälle und keine Funkenfeuer statt. Die fünfte Jahreszeit bleibt still. Anhand der Berichte der „Klostertaler Rutschifenggen Guggamusik“ und der Funkenzunft Braz wird das Ausmaß des Ausbleibens dieser närrischen Zeit klar. Die Guggamusikanten aus dem Klostertal hätten eigentlich einen vollen Terminkalender mit Auftritten bei Umzügen und Veranstaltungen gehabt. Auch das Highlight – die Guggaveranstaltung in Appenzell am „Schmutziga Donnstig“ – kann nicht stattfinden. Zudem wären sie wieder für einen farbenfrohen Umzug in Dalaas mit anschließender Fennga-Party verantwortlich gewesen. Die 27 Mitglieder hatten im Sommer noch vereinzelte Registerproben, nun wird von zu Hause aus geübt. Im Hintergrund laufen, sofern möglich, die Vorbereitungen für das neue Kostüm, welches noch in diesem Jahr präsentiert werden soll. „Mit den Proben starten wir, sobald es möglich ist, damit wir für den nächsten Fasching gewappnet sind“, so Obfrau Sophia Brunner. Der Fasching fehlt den Guggamusikern sehr.
Optimistisch sein
Eine Freude bereitete Obfrau Sophia Brunner den Mitgliedern am 11. November vergangenen Jahres. Der Faschingsauftakt wurde mit einer virtuellen Zoom-Party gefeiert und die Mitglieder wurden mit einer Kleinigkeit im Postkasten überrascht. Auch bei den Brazer Zünftlern ist es still, obwohl sie doch in diesem Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern. „Man kann im Moment nichts so richtig planen, doch die Hoffnung lebt noch, dass wir unser Jubiläum vielleicht im Sommer feiern können“, sieht Zunftmeisterin Barbara Kienecker etwas optimistisch in die Zukunft. Aufgrund dieser Pandemie konnten auch die Brazer Zünftler keine Veranstaltung wie Faschingsumzug oder Kaffeekränzle durchführen, bei keinem Umzug dabei sein, auch der Funken wurde schweren Herzens und nach langem Hoffen nun endgültig abgesagt.
„Stille Fasnat“
Auch ihnen fehlen die gemeinsamen gemütlichen Stunden, der Austausch, die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen, das Planen und Organisieren der gesamten Faschingssaison. „Das Zelebrieren der gemeinsamen Leidenschaft des Faschings, die Tradition und das Brauchtum bleiben aus – es ist eine stille Fasnat“, so Kienecker. Die Unsicherheit, wie es weitergeht, wie das Vereinsleben in Zukunft gestaltet werden kann, das ständige Überlegen und Tüfteln von Alternativen und das Treffen von Entscheidungen sind für den Vorstand nicht einfach. Der Brazer Funken ist als einzigartig im Land bekannt. Er wird aus über 200 Buscheln gefertigt. „Das Buschelnbinden, welches der Mitgliedsbeitrag jedes Zunftmitgliedes darstellt, konnte im Herbst unter Einhaltung der vorgegebenen Vorschriften durchgeführt werden, nun werden Zusammenkünfte und Austausch auf die digitale Kommunikation beschränkt“, erzählt Kienecker.
Vereinsleben leidet
„Wir geben nicht auf, halten zusammen und hoffen, dass sich die Lage irgendwann beruhigt und das Vereinsleben wieder uneingeschränkt gestaltbar und lebbar wird“, sagt die engagierte Zunftmeisterin, die im Fasching 2022 wieder durchstarten und diesen in vollen Zügen genießen möchte. Denn – da sind sich alle Vereine einig – das Vereinsleben leidet in jeglicher Form, sei es im sozialen Bereich oder (bei der Guggamusik) musikalisch. DOB
