Literarische Gustostücke aus dem Rucksack gezaubert

Montafoner Resonanzen bot in Gargellen Rucksacklesung mit Teatro Caprile und Nuevo Jazztett.
Gargellen Kürzlich ging ein genussvoll literarischer Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe Montafon Resonanzen in der Talstation der Bergbahnen Gargellen über die Bühne. Wie der Titel der Lesung „Gargellner Rucksacklesung“ schon versprach, wurde an diesem Tag allerlei Interessantes aus dem Rucksack gepackt und dabei tolles Historientheater geboten.
Anfänge des Tourismus
Das Teatro Caprile mit den Schauspielern Katharina Grabher (Vorarlberg), Mark Német (Wien/Ungarn) und Andreas Kosek (Wien) – bestens bekannt von den jährlichen Theaterwanderungen „Auf der Flucht“ in Gargellen – führte das Publikum in diesem Jahr in eine längst vergangene Zeit.
„Wem Gott will Gunst erweisen, den lässt er nach Gargellen reisen“, hatte einst ein Gast ins Gästebuch geschrieben, und die Theaterprotagonisten präsentierten dazu wertvolle Fundstücke aus Poesie und Prosa und erzählten scherzhaft und im urigen Montafoner Dialekt zu den Anfängen des Tourismus im Montafon und in Gargellen. Sie wussten aber auch über das damalige Reisen und Wandern, über Liebschaften und das bäuerliche Leben anno dazumal zu berichten.
Über die Krauthobler
So stellten sie dem Publikum unter anderem auch die bewegten Geschichten der Hotelbetriebe Madrisa, Vergalden und Heimspitze vor. Nicht umsonst galt Gargellen schon früh als mondäner Luftkurort, ähnlich wie Davos. Auch führten die Schauspieler das Publikum in die Welt der damaligen Krauthobler, die Jahr für Jahr vom Elsass bis nach Ungarn zogen, zu Fuß, um in den fernen Ländern ihre Arbeit als Krauthobler anzubieten. Der Verdienst war zwar ein kleiner, doch sicherte er den zurückgebliebenen Familien im Montafon das Überleben. Übrigens: Die Hintergrundinformation dazu stammten vom anwesenden Friedrich Juen.
Thomas Baerenzung (Saxophon) und Roland Jenny (Gitarre) vom Nuevo Jazztett unterstützten den spannenden Abend mit Jazz-Standards aus den Jahren 1910 bis 1930. Die lieblichen Klänge des Saxophons klangen dabei wie ein trockener Martini und wurden von den weichen Klängen der Gitarre umschmeichelt.
Neben den rund 50 Gästen befanden sich auch Organisator und Kurator Markus Felbermayer sowie Michael Kasper vom Stand Montafon unter dem Publikum. „Es ist mein Geburtstagsgeschenk“, freute sich zudem Gast Hugo Ender mit Traudl Fend aus Götzis: „Wir haben so viel über die Thematik der Krauthobler und viel Neues über die Geschichte im Montafon erfahren.” EST