Kindertheater als Brücke zwischen den Generationen

Internationales Theaterfestival Luaga&Losna findet derzeit in Nenzing statt – Obmann Matthias Bitschnau (36) im Gespräch.
Nenzing Das Abwarten, ob das Festival Luaga&Losna heuer überhaupt stattfinden kann und wenn ja, unter welchen Bedingungen, war aufregend und spannend zugleich. Nun konnten nach der langen Zeit der Planungsunsicherheit und dem Ausfall aller Veranstaltungen im Juni die geplanten Events gestartet werden. Die finalen Veranstaltungen finden dieses Wochenende statt.
Das Festival wurde ursprünglich im Jahr 1988 vom Theater der Figur unter der Obhut von Johannes Rausch gegründet und ist somit das älteste Kinder- und Jugendtheaterfestival Österreichs. Seit letztem Jahr ist nun Matthias Bitschnau Obmann des Vereins; er war zuvor schon drei Jahre lang ehrenamtlich für Luaga&Losna tätig. Die VN sprach mit dem ambitionierten Kunstvermittler über die veränderten Bedingungen im Zuge der Covid19-Krise und neue Pläne.
War die Planungsungewissheit sehr belastend?
Gerade bei der Erstellung des Programms würde ich das schon sagen, zumal viele internationale Theater recht früh gebucht und Verträge aufgesetzt werden müssen. Allerdings waren alle Beteiligten überaus kooperativ, weshalb wir auch zum jetzigen Zeitpunkt, bedingt durch die Absage im Frühjahr, noch Reserven für Ausfälle hätten.
Welche Gruppen mussten absagen?
Das Theater Cie Elefanto aus Frankreich musste leider aufgrund zu hoher Covidzahlen in ihrem Heimatort den Auftritt absagen. Bei der schwedischen Tanzgruppe ZebraDans hoffen wir natürlich bis zuletzt auf negative PCR-Tests. Alle weiteren Vorstellungen sollten zum derzeitigen Zeitpunkt planmäßig durchgeführt werden können.
Welche Schwerpunkte werden von Ihnen in Nenzing gesetzt?
In normalen Zeiten liegt der Schwerpunkt in Nenzing beim Sprechtheater, also dem Schauspiel rund um die Autoren*innenbörse und Lesungen. Heuer darf sich das etwas ältere Publikum ab 16 Jahren auf die Produktion ‚Die Humanisten‘ des Theaters Wagabunt aus Vorarlberg freuen. In diesem Stück ergehen sich zwei selbsternannte Nobelpreisträger – ein ‚kunstler‘ und ein ‚universitäten professor‘ in gebrochenem Deutsch über die großen Themen der Menschheit, Sprache, Kultur, Kunst und Frau. Ich freue mich auch auf spannende Lesungen in der Artenne, welche übrigens auch öffentlich zugänglich sind.
Wie gefällt Ihnen Ihre Arbeit als Obmann von Luaga&Losna?
Ich arbeite und organisiere das Festival sehr gerne. Das Organisationsumfeld ist sehr familiär und gut eingespielt. Mit unserem Festivalgründer Johannes Rausch und der langjährigen Kuratorin Sabine Wöllgens haben wir zwei sehr theatererfahrene Vorstandsmitglieder und seit diesem Jahr eine neue Festival-Organisatorin, nämlich Veronika Maurer, mit denen die Arbeit eigentlich leicht von der Hand geht.
Was für eine Bedeutung hat für Sie das Kinder- und Jugendtheater?
Theater soll ein Anstoß dafür sein, über Dinge zu reden, über die sonst vielleicht nicht geredet würde. Wenn Eltern mit ihren Kindern Aufführungen besuchen, dann kann dieser Theaterbesuch zu einer Gesprächsbasis zwischen den Generationen werden.
Welche Pläne haben Sie?
Ich wünsche mir, mehr junge Leute für die Mitgliedschaft und Mit- oder Zusammenarbeit in unserem Verein zu finden und zu motivieren. Es braucht engagierte und theateraffine Mitglieder. BI
Details zum Luaga&Losna-Festivalprogramm finden sich im Internet unter www.luagalosna.at