Unter Vorwand in Lustenau in Wohnung eingedrungen: So schützen Sie Ihr Heim und Ihre Familie

Die Polizei sucht nach einem grün und blau bekleideten Mann. Tipps der Polizei für mehr Sicherheit.
Lustenau Ein bislang unbekannter Mann hat am Montag in der Grindelstraße ein elfjähriges Kind überrumpelt und Schmuck gestohlen. Der Täter gab vor, ein Paket zuzustellen, verschaffte sich so Zutritt zur Wohnung und durchsuchte die Räume. Als das Kind laut zu schreien begann, flüchtete der etwa 50 bis 60 Jahre alte Mann. Das Mädchen wurde bei dem Zwischenfall leicht verletzt, bestätigt die Polizei gegenüber den VN.
Täterbeschreibung
- Männlich, 50 bis 60 Jahre alt
- Bekleidet mit einer grünen Jacke, einer blauen Hose und dunklen Handschuhen
- Zudem trug der Mann eine Sonnenbrille, einen blauen Fischerhut und einen dunklen Rucksack
Gesucht wird ein Mann im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, bekleidet mit einer grünen Jacke, blauen Hose und dunklen Handschuhen. Er trug gestern eine Sonnenbrille, einen blauen Fischerhut und einen dunklen Rucksack. Eine noch am Montagnachmittag eingeleitete Großfahndung in Lustenau blieb vorerst ergebnislos.
Zeugen, die Hinweise zur gesuchten Person geben können, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Lustenau zu melden.
Einschleichdiebstähle und Home Invasion
Einschleichdiebstähle sind nicht neu, es gibt jedoch ein Trend hin zu einer gefährlicheren Variante: Die sogenannte Home Invasion. Das Ziel: Vermögende Personen, überwiegend in frei stehenden Gebäuden wie Villen wohnhaft. Meist haben die Täter schon im Vorfeld Informationen aufgeschnappt, wo sich eine Invasion lohnen könnte. Dann werden die Opfer und ihre Wohnverhältnisse ausgekundschaftet. Die Opfer werden dann oft mit dem Einsatz von Gewalt genötigt, den Aufbewahrungsort von Wertgegenständen bekannt- und diese herauszugeben. Die Opfer werden von den Tätern dann gefesselt, verletzt und hilflos zurückgelassen.
Tipps des Bundeskriminalamts
- Hochwertige Schlösser und Schließzylinder einbauen oder eine Alarmanlage installieren lassen.
- Unübersichtliche Bepflanzung vor dem Haus vermeiden, die den Tätern als Sichtschutz dienen könnte.
- Auch ein Kamerasystem zur Überwachung des Eingangbereichs kann sinnvoll sein.
- Terrassentüren durch einbruchshemmende Rollbalken oder Scherengitter sichern.
- Fenster, Terrassen- und Balkontüren immer schließen, wenn man das Haus verlässt oder zu Bett geht.
- Durch den Türspion schauen oder die Gegensprechanlage nutzen, wenn es an der Tür läutet oder klopft. Nicht ohne Sperrkette öffnen.
- Fremde Personen nicht in die Wohnung oder das Haus lassen. Nur Personen die Türe öffnen, die man kennt oder sich zweifelsfrei ausweisen können.
- Kinder sensibilisieren, niemals alleine die Türe zu öffnen.
- Wenig Bargeld zuhause haben, Wertgegenstände nicht offen liegen lassen.
- Vor allem ältere Menschen sollten sich Geld in einer Bankfiliale in einem separaten Raum auszahlen lassen, damit sie von Kriminellen nicht beobachtet werden können.
- Schmuck und Wertsachen dokumentieren, um die Eigentumsverhältnisse nachzuweisen oder der Polizei die Fahndung zu erleichtern.
- Fotos von wertvollem Eigentum nicht in den sozialen Medien posten.
- Bei Abwesenheit nicht den Aufenthaltsort posten, bzw die Abwesenheit öffentlich wahrnehmbar zu posten.
- Wenn möglich, niemandem über das im Haus oder in der Wohnung befindliche Eigentum erzählen.
- Gutes Einvernehmen mit den Nachbarn herstellen und aufeinander achten (Nachbarschaftshilfe)
- Bei Verdacht auf Gefahr lieber einmal zu oft die Polizei rufen (Notruf 133).
Grundsätzlich schütze nur Prävention vor einem solchen Eingriff in die eigene Sicherheit, warnt die Polizei. So sollte man es vermeiden, einer unkontrollierten Öffentlichkeit zu großen Einblick in die eigene Vermögenssituation zu geben. Dies beginnt bei Bildern in sozialen Medien, auf denen die Wertgegenstände gezeigt werden, bis hin zur Auszahlung höherer Beträge direkt am Bankschalter. Auch das Eigenheim sollte entsprechend gesichert werden, um ungewollten Besuch zu vermeiden. Grundsätzlich sollte man bei Fremden vorsichtig sein, sich auf Türspion und Gegensprechanlage verlassen und nur die Tür öffnen, wenn die Personen eindeutig identifiziert sind.
Nicht neu
Ein ähnlicher Fall wurde erst im März vor dem Landesgericht Feldkirch verhandelt: Zwei Georgier gaben sich im März 2023 als Kaufinteressenten aus, forderten dann aber vom 90-jährigen Makler 170.000 Euro. Das Opfer wurde festgehalten und zu Boden gedrückt, gefesselt und geknebelt. Dabei wurde dem Makler eine Rippe gebrochen, die Beute der beiden Männer lag bei 300 Euro.
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Im Sommer 2020 gab es in Dornbirn ebenfalls eine Home Invasion: Drei Männer, zwei mit deutsch-libanesischen und einer mit deutsch-irakischen Wurzeln hatten als Schlüsseldienstmitarbeiter Häuser ausgekundschaftet. Im Juni überfielen sie den in Dornbirn wohnhaften 90-Jährigen und dessen Betreuerin, scheiterten jedoch am Tresor. Auch eine hinzugekommene Verwandte des Opfers wurde gefesselt und bestohlen, verletzt wurde niemand.