Frühjahrsputz: “Putzmittel vermischen kann sehr gefährlich sein” – Experte warnt

In der Küche stapeln sich die Putzmittel, die Fenster stehen offen, die Sonne scheint herein. Für viele Personen startet jetzt die Putz- und somit auch die Unfallsaison.
Darum geht’s:
- Frühjahrsputz birgt erhöhtes Unfallrisiko im Haushalt.
- Unfälle durch falsche Nutzung von Leitern häufig.
- Gefährliche Gase durch Reiniger-Vermischung möglich.
Hohenems Für viele Haushalte im Land beginnt jetzt der große Frühlingsputz. Was nach Routine klingt, birgt jedoch ein oft unterschätztes Risiko: “Gerade im Frühling steigt die Zahl der Haushaltsunfälle deutlich an”, sagt Mario Amann von Sicheres Vorarlberg. Der Grund liegt weniger in einzelnen Tätigkeiten als im Gesamtpaket. “Man nimmt sich plötzlich das ganze Haus vor – Fenster, Balkon, vielleicht sogar den Wintergarten”, sagt er.

Zeitdruck ist ein großes Thema bei Unfällen
Viele Bewegungen seien ungewohnt, Geräte lange nicht benutzt worden. Dazu komme Zeitdruck: “Man will alles auf einmal erledigen – und genau dann passieren Fehler.” Typisch ist dabei vor allem ein Unfallhergang: der Sturz. Besonders Arbeiten in der Höhe , etwa beim Fensterputzen oder beim Reinigen von Wintergärten, führen immer wieder zu Verletzungen.

Mehr als die Hälfte der Unfälle endet laut Erfahrung mit Knochenbrüchen. Dazu kommen Schnittwunden und schmerzhafte Prellungen. Jeder fünfte Unfall im Haushalt muss sogar stationär behandelt werden. Ein zentraler Risikofaktor ist die falsche Nutzung von Leitern. “Viele steigen schnell auf Möbel oder verwenden zu kurze Leitern”, heißt es. Dabei wäre gerade hier Vorsicht entscheidend: Die Leiter sollte stabil stehen, der Untergrund rutschfest sein und idealerweise von einer zweiten Person gesichert werden. Auch das richtige Schuhwerk und ein sicherer Stand sind dabei entscheidend – riskantes Balancieren gilt es zu vermeiden.
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Reinigungsmittel vermischen ist gefährlich
Neben der Sturzgefahr werden auch Reinigungsmittel oft unterschätzt. Viele Produkte enthalten aggressive Substanzen, die bei falscher Anwendung gesundheitsschädlich sein können. “Ein häufiger Fehler ist das Vermischen von Reinigern – etwa Essig und Chlor. Dabei können gefährliche Gase entstehen.” Handschuhe, Schutzbrille und vor allem regelmäßiges Lüften sind einfache Maßnahmen, um Risiken zu reduzieren. Wer Unfälle vermeiden will, sollte vor allem eines tun: planen. “Nicht alles an einem Tag erledigen wollen”, lautet der wichtigste Rat. Stattdessen empfiehlt es sich, die Arbeiten aufzuteilen, ausreichend Zeit einzuplanen und alle benötigten Utensilien bereitzulegen. Auch Pausen sind wichtig – denn Müdigkeit senkt die Konzentration und erhöht die Unfallgefahr.
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Besonders ältere Menschen sollten vorsichtig sein. Mit zunehmendem Alter lassen Gleichgewichtssinn und Kraft nach, das Risiko für Stürze steigt. Gleichzeitig gilt aber: Auch Jüngere sind nicht automatisch sicherer. Wer nach einem langen Arbeitstag noch schnell zur Putzaktion greift, arbeitet oft unkonzentriert – und damit riskanter. Hilfe anzunehmen kann daher sinnvoll sein. Sei es aus dem Familienkreis oder durch professionelle Anbieter, etwa bei schwer zugänglichen Flächen wie Glasdächern. “Planung ist das halbe Leben”, bringt es der Experte auf den Punkt. Im Bundesländervergleich liegt Vorarlberg bei Haushaltsunfällen im Mittelfeld. Auffällig sei jedoch die hohe Aktivität: “Es wird viel geputzt.” Umso wichtiger sei es, sich der Risiken bewusst zu sein – und den Frühjahrsputz nicht nur gründlich, sondern auch sicher anzugehen.