Vogelgrippe am Bodenseeufer: Erster Fall festgestellt

Einige Monate war es um die Geflügelpest ruhig, doch nun taucht sie nach und nach auch rund um Vorarlberg wieder auf.
Darum geht’s:
- Erster Fall von Vogelgrippe am Bodenseeufer.
- Untersuchungen zeigen den Subtyp H6N8 bei einer Lachmöwe.
- Keine Maßnahmen geplant.
von Klaus Hämmerle und Phillip Plesch
Lindau, Schwarzach Die Vogelgrippe rückt näher. Kürzlich erst wurden drei massive Ausbrüche innerhalb weniger Tage in Ostdeutschland gemeldet. Einzelfälle von Vogelgrippe gab es auch in den österreichischen Bundesländern Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Am Mittwoch meldete das Landratsamt in Lindau einen Geflügelpest-Fall am Lindauer Bodenseeufer.
Wörtlich heißt es in der Meldung: „Regelmäßig werden im Rahmen eines Wildvogelmonitorings Wildvögel am Bodensee auf eine Geflügelpest-Erkrankung untersucht. Nun wurde am Lindauer Bodenseeufer bei einer Lachmöwe der Subtyp H6N8 festgestellt.“ Das Tier zeige allerdings keine Krankheitsanzeichen. Bei den Untersuchungen im Friedrich-Löffler-Institut wurden außerdem Stockenten und Höckerschwäne unter die Lupe genommen. Die waren jedoch alle nicht infiziert.
Keine Maßnahmen geplant
„Da es sich um einen Einzelbefund handelt und auch keine gehäuften Todesfälle bei Wildvögeln gemeldet wurden, werden aktuell keine weiteren Maßnahmen ergriffen“, teilt das Landratsamt mit. Geflügelhalter im Landkreis Lindau werden jedoch gebeten, noch nicht gemeldete Haltungen beim Veterinäramt anzuzeigen und die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Erst diese Woche hatte der Vorarlberger Landesveterinär Norbert Greber den VN gesagt: „Wir müssen wachsam sein. So schnell werden wir diese Seuche nicht los.“ Man müsse jeden toten Wildvogel in der Region untersuchen. Werde die Vogelgrippe diagnostiziert, könne es bald wieder zu einer Stallpflicht in der Risikoregion kommen. „Das kommt dann auf den Kontext, das Ausmaß der Gefahr an“, erklärte Greber.

Gefährdet ist bekanntlich vor allem die Bodenseeregion mit den zahlreichen Wildvögeln. Das zeigt sich nun einmal mehr. Diese können die Geflügelpest auf gehaltene Tiere übertragen. „Wir sind gut vernetzt mit den Bodenseenachbarn in der Schweiz und in Deutschland“, betonte der Landesveterinär.
Hunderte Vögel nach Erkrankung verstorben
Erst im Frühjahr war es zu einem großen Ausbruch der hochpathogenen Vogelgrippe in Vorarlberg gekommen. Innerhalb einer Lachmöwenkolonie auf einer der kleinen Inseln in der Lagune am westlichen Rheindamm verbreitete sich das Virus rasch. Dabei handelte es sich um den Subtyp H5N1. Mehrere Hundert Tiere starben. Zuerst beschränkte sich die Ausbreitung auf Lachmöwen, später waren auch Flussseeschwalben davon betroffen. Für gehaltenes Geflügel am Vorarlberger Bodenseeufer galt lange eine Stallpflicht. Fälle blieben aus. Mit steigenden Temperaturen erledigte sich das Thema dann. Nun kehrt es mit dem Winter wieder zurück.