2023
2023: schon wieder eine Woche alt. Was wird es bringen, werden sich viele gefragt haben oder immer noch fragen. Wirklich valide Antworten gibt es wohl nicht. Wir könnten uns natürlich aus der Hand lesen lassen oder die Sterne befragen, aber je nachdem, was dabei herauskommt, würde uns das vermutlich auch nicht wirklich beruhigen. Wären die Prognosen positiv, würden wir beständig darauf lauern, ob das Gute wirklich eintrifft. Wären sie negativ…Also ist es am besten, wir nehmen das Leben selbst in die Hand. Ich habe den Jahreswechsel heuer auf andere Art begonnen, nämlich mit einer Silvester-Yoga-Session. Der erste, gemächlichere Übungsteil war dem Rückblick gewidmet, der zweite dem Ausblick. Ihn begleiteten kraftvolle Übungen. Dazwischen gab es meditative Phasen, unterlegt von visualisierten Erzählungen. Aus Bildern wurden quasi Geschichten.
Zwei Räume, die das alte und neue Jahr symbolisierten. Der erste Raum vollgestopft mit Büchern, auf deren Seiten alles geschrieben stand, was unser Dasein im zu Ende gehenden Jahr ausmachte. Der zweite Raum noch leer. Bücherregale ohne Bücher. Weiße Wände. Buntstifte am Boden und die Aufforderung, die Kahlheit mit Farben zu füllen. Mit geschlossenen Augen am Boden liegend, betörend sanfte Musik im Ohr, konnte man sich gut als Maler seines Lebens vorstellen. Und in gewisser Weise sind wir das auch. Das neue Jahr: Noch ist es ein leerer Raum. Es liegt an uns, ihn mit Schönem und Gutem zu füllen. Das wird uns nicht immer gelingen, weil nichts nicht nur schön und gut ist. Wir sollten uns jedoch immer bewusst sein, dass wir die Kraft haben, wieder aufzustehen. Am besten gemeinsam.
Marlies Mohr
marlies.mohr@vn.at
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