Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Vorfreude

Gesund / 16.12.2022 • 11:35 Uhr

Viele rollen die Augen. Andere möchten sich die Ohren zuhalten, und doch hören sie alle hin oder summen leise mit wenn: Chris Rea an Weihnachten nach Hause fährt; Wham zum x-ten Mal einer verflossenen Liebschaft nachtrauern; Bing Crosby immer noch von weißen Weihnachten träumt; Elvis Presley mit Samtstimme ein einsames Weihnachtsfest beklagt; Robbie Williams innbrünstig das Winterwunderland herbeisingt oder sich John Lennon und Yoko Ono fragen: „Es ist Weihnachten, und was habt ihr getan?“ Alle diese Lieder und noch mehr laufen, so jedenfalls das Gefühl, derzeit in Dauerschleife, wo immer man sich aufhält.

Irgendwie gibt es kein Entkommen. Wann, wenn nicht jetzt, werden Sie denken. Stimmt. Für mich haben die Lieder etwas Vertrautes an sich, vor allem aber vermitteln sie Vorfreude, und bekanntlich soll Vorfreude ja die schönste Freude sein.

Ich mag die Vorweihnachtszeit am liebsten. Lichterglanz (den es trotz Energiekrise gibt, dafür danke) selbstgebackene Kekse (die meist bis Weihnachten verputzt sind), ein bisschen Schnee (wenn wir Glück haben) und Gedanken, die das Leben bereichern oder bereichert haben: Ich nippe gerne an diesem Adventcocktail. Er berauscht ohne Nebenwirkungen. Dieser besondere Genuss erfordert nur etwas: Zeit. Gönnen Sie sich die Muße. Halten Sie den Zauber fest, bevor ihn der Alltag wieder entzaubert.

Marlies Mohr

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