Yoga als reine Männersache

Gesund / 21.10.2022 • 11:36 Uhr
In den Seilen hängt die Männerrunde nur bei bestimmten Yogaübungen.
In den Seilen hängt die Männerrunde nur bei bestimmten Yogaübungen.

Bei Daniela Ranacher trifft sich jeden Donnerstag eine Männergruppe zum Iyengar-Yoga.

Hohenems „Früher habe ich über Yoga gelacht“, räumt Walter (52) freimütig ein. Zum einen sah er darin eine reine Frauendomäne, zum anderen hielt er es für wenig sportlich. Die Einstellung änderte sich während eines Kuraufenthalts. „Da durfte ich einmal eine Yogastunde mitmachen, und dabei habe ich gemerkt, dass es eigentlich gar nicht so schlecht ist“, erzählt er. Seitdem findet Walter jeden Donnerstagabend den Weg ins Yoga-Studio von Daniela Ranacher in Hohenems, um sich dort gemeinsam mit anderen Männern im Iyengar-Yoga zu üben. Nach schweißtreibenden eineinhalb Stunden kommt aber selbstredend auch die Geselligkeit nicht zu kurz. „Die hat ebenfalls seine Berechtigung“, ergänzt Reinhold (56) die Ausführungen seines Yoga-Kollegen.

Stabilität

Daniela Ranacher praktiziert seit vielen Jahren das Iyengar-Yoga. Dabei handelt es sich um eine Yoga-Form, welche die Entwicklung von Stabilität, Kraft und klarer Körperausrichtung im Zusammenspiel mit Flexibilität, Balance und Entspannung fördert. Im Mittelpunkt einer Yoga-Einheit stehen sogenannte Asanas, also Yogahaltungen, die in verschiedenen Sequenzen und mit wechselnden Schwerpunkten geübt werden. Durch den Einsatz von Hilfsmitteln können auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen das Iyngar-Yoga ausüben. „Die Übungen werden entsprechend der individuellen Leistungsfähigkeit angepasst. Jeder kann Yoga nach seinen Möglichkeiten praktizieren“, bestätigt Daniela Ranacher.

Bislang arbeitete sie allein. Inzwischen hat auch Dietmar Stefanon die Ausbildung zum Iyengar-Yoga-Lehrer absolviert. Vorgesehen war dies eigentlich später. Sie sollte eine Vorbereitung auf die Pension sein: „Damit ich in kein Loch falle“, merkt Stefanon mit einem Schmunzeln an. Dann allerdings erklärte ihm Daniela Ranacher, dass sie früher jemanden brauche. Also begann der Hohenemser früher mit Lernen. Heute ist er froh darüber: „Es war anstrengender, als ich gedacht habe.“ Das Iyngar-Yoga bevorzugt er aufgrund der Genauigkeit. „Es wird sehr genau darauf geachtet, dass man richtig in den Übungen drinnen steht. Das reduziert auch die Verletzungsgefahr“, sagt Dietmar Stefanon. Ihm selbst half das Yoga, die Rückenschmerzen zu vertreiben, die sich durch das Rennradfahren manifestiert hatten. „Es bringt mich zudem mental herunter“, schildert er weitere positive Aspekte.

Mentaler Ausgleich

Einen Ausgleich zum Judo-Sport, den er jahrelang betrieb, suchte auch Reinhold und fand ihn schließlich im Iyengar-Yoga. Kollegen animierten ihn, es doch zu probieren. Zuerst sah er die Yogastunden als netten Ausgleich. Inzwischen geht die Erfahrung tiefer: „Es wirkt sich unglaublich positiv auf meinen Bewegungsapparat aus.“ Robert (47) besucht seit Jänner die Tectum-Männergruppe. „Eine Kollegin hat gemeint, Yoga würde mir sicher auch guttun“, schildert er seinen Zugang. Zum einen, damit es wieder etwas weniger zwickt bei manchen Bewegungen, zum anderen des mentalen Ausgleichs wegen. Robert folgte dem Rat, hat angefangen und blieb letztlich dabei: „Manchmal ist es schmerzvoll, aber immer gut.“ Walter wiederum hat für sich festgestellt: „Yoga macht deutlich beweglicher.“ Einig sind sich die Herren jedenfalls darüber, dass auch die Nachbesprechungen dazugehören, denn: „Spaß muss auch sein.“ VN-MM

„Beim Iyengar-Yoga wird genau darauf geachtet, dass man richtig in den Übungen steht.“

Daniela Ranacher und Dietmar Stefanon sind nicht nur Lehrer, sie haben selbst auch viel Spaß mit den Yogaübungen.  vn/mm
Daniela Ranacher und Dietmar Stefanon sind nicht nur Lehrer, sie haben selbst auch viel Spaß mit den Yogaübungen.  vn/mm
Daniela Ranacher schaut bei jedem Kursteilnehmer sehr gut hin.
Daniela Ranacher schaut bei jedem Kursteilnehmer sehr gut hin.

Weitere Informationen unter www.iyengar-yoga-west.at