Krebs lässt sich nicht aushungern

Bei akuten Tumorerkrankungen auch Fasten keine Option.
scheidegg Während der Fastenzeit fragen sich auch Krebspatienten, ob Fasten, speziell bei Darmkrebs, für sie empfehlenswert ist. Die Paracelsus Klinik Scheidegg rät bei einer akuten Tumorerkrankung davon ab und plädiert stattdessen für gesunde Ernährung, viel Bewegung und die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen.
Die beiden Chefärzte der Paracelsus Klinik Scheidegg, Thomas Bingger und Wolfgang Bair, stellen klar: Während einer Chemo- oder Strahlentherapie sollten Krebspatienten gar nicht fasten. Die Belastung für den Körper wäre einfach zu groß. Das gilt für alle Tumorpatienten, aber speziell für diejenigen, die ohnehin schon mit zu geringem Gewicht zu kämpfen haben. Wenn keine aktive Tumorerkrankung vorliegt, steht auch Krebspatienten einer Fastenkur, wie etwa einer Mayr- oder einer Schroth-Kur, nichts im Wege. Jedoch nur maximal über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen und nur nach Abklärung mit dem behandelnden Onkologen, am besten sogar unter ärztlicher Aufsicht.
Ob Fasten Krebserkrankungen wie einen Darmtumor vorbeugen kann, ist wissenschaftlich nicht belegt. „Es gibt keine Krebsdiät, und Aushungern kann man den Krebs auch nicht“, erklärt Thomas Bingger und fügt hinzu: „Eine gesunde Ernährung kann jedoch das Risiko vieler Krankheiten, auch Tumorerkrankungen, reduzieren.“
Drei Portionen Gemüse
Das bedeutet weniger als 500 g rotes Fleisch pro Woche, dafür ein- bis zweimal Fisch essen. Bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl sollte man zur Vollkornvariante greifen. „Wir wissen, dass sie im Vergleich zu Weißmehlprodukten nicht nur länger sättigen und mehr Nährstoffe enthalten, sondern auch das Risiko senken können, an Dickdarmkrebs zu erkranken,“ erklärt Bair. Zu einer gesunden Ernährung gehören täglich drei Portionen Gemüse, ca. 400 g und zwei Portionen Obst, ca. 250 g. Bei Obst erreicht man das schon mit einem Apfel und einer Kiwi am Tag. Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Kichererbsen bieten eine gute und schmackhafte Ergänzung zu Salat, Rohkost und gedünstetem Gemüse.
Auch Milch und Milchprodukte können das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, minimieren und verbessern außerdem die Knochengesundheit. Ein Naturjoghurt ist einem fertig verarbeiteten Produkt vorzuziehen. Es enthält unter anderem weniger Zucker.