Folgenschwere Kilos

Gesund / 10.12.2021 • 10:50 Uhr
Der Blick auf die Waage sollte bei Bedarf Anlass sein, entsprechende Maßnahmen zu setzen.dpa
Der Blick auf die Waage sollte bei Bedarf Anlass sein, entsprechende Maßnahmen zu setzen.dpa

Med Konkret stellt chirurgische Therapien bei krankhaftem Übergewicht vor.

Bregenz Krankhaftes Übergewicht, im Fachjargon auch Adipositas genannt, erhöht nicht nur das Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Covid-19-Infektion. Es kann unbehandelt auch andere Folgeerkrankungen verursachen, beispielsweise Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Gefäße. Im Landeskrankenhaus Bregenz hat sich ein Zentrum für Stoffwechselerkrankungen etabliert. Dort werden jährlich 160 bis 180 Eingriffe im Zusammenhang mit Adipositas durchgeführt. Welche Möglichkeiten die chirurgische Therapie bei krankhaftem Übergewicht bietet, darüber informiert das Med Konkret online am Dienstag, 14. Dezember 2021, ab 18 Uhr. Referenten sind Primar Claudius Falch und Oberarzt Werner Müller. Fragen können bereits vorab unter stammtisch@vn.at gestellt werden. Die Antworten gibt es im Anschluss an die Vorträge.

Folgeerkrankungen verhindern

Immer mehr Menschen sind übergewichtig und immer mehr auch adipös. Krankhaftes Übergewicht beginnt ab einem BMI von 30, zwischen 25 und 30 ist es „nur“ Übergewicht. „Bei einer chirurgischen Intervention geht es nicht um die Gewichtsreduktion“, betont Claudius Falch. Vielmehr gilt es, massive Folgeerkrankungen zu verhindern, denn die können unter anderem buchstäblich an die Nieren gehen. Daneben kann Adipositas auch zu Hormonstörungen und Depressionen führen sowie eine Demenerkrankung begünstigen. Bei Adipositas spricht die Medizin von drei Schweregraden. „Je höher der Schweregrad, umso höher das Risiko, andere Krankheiten zu entwickeln“, erklärt Falch.

Positive Effekte

Er wird in seinem Vortrag auch auf die Entwicklung der Adipositas eingehen und was die Chirurgie dazu beitragen kann, dieses Gesundheitsproblem zu entschärfen. Dass es möglich ist, das belegen inzwischen große Studien. Sie haben die positiven Effekte auf Gefäßerkrankungen und damit etwa auf Schlaganfälle und Herzinfarkte bestätigt. „Das Ziel einer OP ist es, Lebensqualität und Lebenserwartung zu steigern“, sagt Falch, denn von Folgeerscheinungen einer Adipositas sind sehr häufig sogar junge Menschen zwischen 20 und 30 betroffen. Sie erkranken beispielsweise oft an Diabetes Typ II. Mit einer chirurgischen Therapie kann hier gegengesteuert werden.

Werner Müller, geschäftsführender Oberarzt, erläutert die gängigen OP-Verfahren und stellt den Prozess vor, den Patienten vor einem Eingriff durchlaufen. Im Vorfeld sind zahlreiche Untersuchungen nötig, um die Komplikationsrate so niedrig wie möglich zu halten. Auch die Nachsorge, die ebenfalls am Stoffwechselzentrum erfolgt, ist Teil des Vortrags, gilt es doch gewisse Verhaltensweisen zu beherzigen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. VN-MM

Med Konkret

Adipositas und Diabetes: Chirurgische Therapie

Referenten Primar Claudius Falch, OA Werner Müller, Chirurgie LKH Bregenz

Termin Dienstag, 14. Dezember 2021, online ab 18 Uhr

Die Teilnahme ist kostenlos.