Digitalisierungsschub in der Sozialpsychiatrie

Gesund / 02.07.2021 • 11:53 Uhr
Coronabedingt fielen persönliche Gespräche lange Zeit aus. Da waren elektronische Medien oft das einzige Hilfsmittel, um Unterstützung leisten zu können.Adobe
Coronabedingt fielen persönliche Gespräche lange Zeit aus. Da waren elektronische Medien oft das einzige Hilfsmittel, um Unterstützung leisten zu können.Adobe

Die pro mente Vorarlberg legt ihren Jahresbericht  für 2020 vor.

Dornbirn Die pro mente Vorarlberg bietet im Auftrag der Landesregierung seit 30 Jahren ambulante sozialpsychiatrische Betreuung, Krisenhilfe und Prävention an. Menschen von sechs bis 99 Jahren werden in Beratungsstellen, Werkstätten, Tageszentren, Wohngemeinschaften und dem sozialpsychiatrischen Dienst (SpDi) betreut. Speziell im vergangenen Jahr wurde dabei notgedrungen viel auf Digitalisierung gesetzt. So wurde eine Online-Videoberatung installiert, telefonisch der Kontakt aufrechterhalten, ein Blog initiiert, Tageszentrumvideos ins Netz gestellt und auch intern auf Homeoffice gesetzt.

Nicht nur schlecht

Digitalisierung ist dabei nicht per se gut oder schlecht. Vielmehr ist es wichtig, einen stimmigen und gesunden Umgang damit zu finden. Dabei gilt speziell für Kinder, dass diese auf altersangepasste Weise an neue Medien herangeführt werden. Aber auch für Erwachsene ist es von zentraler Bedeutung, sich der Vor- und Nachteile bewusst zu sein. „Durch digitale Medien konnten wir neue Begegnungsräume schaffen und schwierige Phasen während der Pandemie überbrücken. Ein vollwertiger Ersatz für persönliche Gespräche kann allerdings online nur begrenzt geschaffen werden“, erklärt pro mente-Geschäftsführerin Margarete Laschalt-Schweigkofler. Generell sei es nötig, sich von der Digitalisierung und den damit einhergehenden Veränderungen nicht überwältigen zu lassen, sondern sich immer wieder auf die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu besinnen.

Auch in der klinischen Psychologie und Psychotherapie hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Dabei wird speziell die Hemmschwelle, die aus der Angst vor Stigmatisierung entsteht, durch Online-Angebote gesenkt. Wichtig ist allerdings, dass eine Onlinetherapie nicht einfach ein kostengünstiger Ersatz dafür wird, dass nicht ausreichend reguläre Therapieplätze zur Verfügung stehen. Vielmehr gilt es sie als jene wertvolle Einstiegsmöglichkeit und Ergänzung einzusetzen, welche sie darstellt.

Die im November im Kulturhaus Dornbirn online stattfindende Hybrid-Vortragsreihe unter dem Titel „Digitalisierung. Fluch und Segen.“ betrachtet die verschiedensten Aspekte dieser nicht ganz unumstrittenen Thematik.

Details dazu finden sich auf auf der Homepage unter:
www.promente-v.at/aktuell