Hans Concin

Kommentar

Hans Concin

Mehr Mut zum Covid-Optimismus

Gesund / 25.06.2021 • 12:11 Uhr

Negativmeldungen aus allen Bereichen überfluten uns. Besonders schlimm ist es im Zusammenhang mit SARS CoV-2 und dessen Folgen. Derzeit wird wieder von einigen Politikern und Experten gewarnt und Angst verbreitet, dass die Delta-Variante uns im Herbst eine vierte Welle bescheren könnte. Dabei haben wir eine klare Lösung mit berechtigtem Optimismus in der Hand: Konsequent und mit Nachdruck möglichst rasch alle über 15 Jahre zweimal impfen! Bei den Genesenen bietet eine einzige Impfung eine hervorragende Immunabwehr.

Die vollständige Impfung schützt auch bei den Varianten vor schwerer Krankheit und Tod, und das war immer das vorrangige Ziel der Pandemiebekämpfung.

Immer mehr wissenschaftliche Indizien sprechen dafür, dass bei immunologisch gesunden Personen der Impfschutz mehrere Jahre anhält. Auf der anderen Seite wird uns das SARS Coronavirus-2 weltweit nicht verlassen und alle nicht immunisierten Erwachsenen noch viele Jahre bedrohen.

Eltern und Lehrer sind ganz besonders gefordert. Kinder stecken sich mit Covid nicht in Britannien, Südafrika, Brasilien oder Indien an – sie werden von ihren Eltern, Lehrern und erwachsenen Kontaktpersonen infiziert. Erst dann können sie es reduziert weiterverbreiten. Das Immunsystem von Kindern ist besser als das von Erwachsenen befähigt, SARS-CoV-2 zu eliminieren.

Ich vermisse den Mut und Optimismus, die Impfung einzufordern. Immer weniger Frauen und Männer zweifeln daran, dass die Impfung ausgezeichnet geeignet ist, sie selbst und ihre Mitmenschen zu schützen. Einigen Mitbürgern würde die Entscheidung leichter fallen, wenn sie beim Impfstoff eine Wahlfreiheit hätten und die persönliche Vertrauensbasis bei ihrem Hausarzt nutzen könnten.

Warum aber wird die SARS CoV-2 Impfung bei Kindern wissenschaftlich diskutiert? Es besteht ein Trend, dass Impfkomplikationen je jünger umso häufiger auftreten. Das Krankheitsrisiko und die Krankheitslast verhalten sich genau umgekehrt. Weil man zuerst die älteren Jahrgänge geimpft hat, sind Komplikationen, wie zum Beispiel die Hirn-Sinusvenen-Thrombosen zunächst nicht aufgefallen.

Auch, dass Erwachsene unter 30 Jahren nach vollständiger mRNA-Impfung ein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskel- oder Herz-Beutelentzündung haben, ist erst aufgefallen, nachdem diese junge Altersgruppe im großen Stil geimpft wurde. Nach derzeitigem Wissensstand rechnet man mit einer Herzkomplikation auf 6250 vollständig mRNA Geimpften. In Relation zur Gefährdung von Kindern durch Covid selbst, ist das relativ viel.

Zu dieser Frage bei Kindern haben die Centers for Disease Control and Prevention (CDC, USA) außertourlich ein Meeting am 18. Juni 2021 einberufen. Wir hoffen auf eine rasche Veröffentlichung dieser Ergebnisse, sodass im positiven Fall noch im August eine Impfempfehlung vom Robert Koch Institut (STIKO) abgegeben werden kann.

Hans Concin

hans.concin@vn.at

Prim. a. D. Dr. Hans Concin, Vizepräsident aks Verein