An Tagen, wie diesen…
…könnte ich einfach nur ins Schwärmen geraten. Gut, die Urlaubswoche war kalt und verregnet, doch was macht’s. Blieb mehr Zeit für Achtsamkeit auf sich selbst, und die Bücher setzten auch keinen Staub an. Doch am letzten Tag riss der Himmel auf. Tiefblau spannte er sich über den frühen Sonntagmorgen. Die Temperaturen immer noch unterkühlt, aber die Luft so rein wie ein Kristall. Der Wind blies mit vollen Backen über das hochstehende Gras und spielte mit den sattgrünen Blättern der Bäume. Ganz von selbst bahnten sich ein paar Zeilen des von Kris Kristofferson weiland geschriebenen Country-Songs „Sunday Morning Coming Down“ ihren Weg über meine Lippen. Das Lied erzählt zwar von der Einsamkeit eines verlassenen Menschen und hat einen persönlichen Hintergrund, gleichzeitig ist die Melodie aber so unsagbar schön, dass sie schon wieder gute Gefühle in einem weckt. Auf jeden Fall war das ein Sonntagmorgenspaziergang, wie er wunderbarer nicht hätte sein können. Viel fürs Gemüt und die Lebenslust.
An Tagen, wie diesen sickern automatisch aber auch Fragmente von Meldungen über Müllhalden an Ufern von Bächen und Seen, die das feiernde Volk ohne Rücksicht auf Verluste produziert und zurücklässt, in die Gedanken. Jemand wird es schon richten. Zum Glück gibt es diesen Jemand noch, aber muss das wirklich sein? Wer sich für das Klima stark macht, trägt auch Verantwortung für die Umwelt. Das eine geht ohne das andere nämlich nicht. Weder an Tagen, wie diesen, noch an anderen…
Marlies Mohr
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