3200 Anrufe beim ­Rauchfreitelefon

Gesund / 28.05.2021 • 11:30 Uhr
Die Ärzteinitiative gegen Raucherschäden warnt auch vor achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln. VN
Die Ärzteinitiative gegen Raucherschäden warnt auch vor achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln. VN

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Österreich ist Raucherland.

Wien Die Angebote rund um das Rauchfreitelefon waren in der Coronakrise offenbar besonders gefragt. Laut der Gesundheitskasse ÖGK nahmen im Vorjahr 3195 Personen die telefonische Beratung (0800 810 013) in Anspruch. Die Seite www.rauchfrei.at zählte 152.000 Besucher. Das sind im Schnitt 800 am Tag. Die höchste Zugriffsrate wurde am 25. März verzeichnet, eine Woche nach Beginn des ersten Lockdowns, teilte die ÖGK anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai mit.

Im europäischen Vergleich liegt Österreich demnach bei den Rauchern, die täglich zur Zigarette greifen, mit rund 20 Prozent über dem Durchschnitt. Nikotinabhängigkeit ist dem Epidemiologiebericht Sucht 2020 zufolge der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) die am weitesten verbreitete Sucht im Land und inklusive Passivrauchen nach einer aktuellen Schätzungen für 15 Prozent aller Todesfälle verantwortlich, warnt die ÖGK. Belastungssituationen wie Kurzarbeit, Homeoffice und Homeschooling könnten dazu verleiten, sich mit übermäßigem Tabakkonsum über die Runden zu retten. Aber: „In der Krise steckt auch eine Chance“, sagt Sophie Meingassner, fachliche Leiterin beim ÖGK-Rauchfreitelefon. Sie rät den Betroffenen, mit den Unterstützungsangeboten von der telefonischen Beratung über die Rauchfreiapp bis zum Online-gruppenentwöhnungsprogramm professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zigarettenstummel als Gefahr

Die Ärzteinitiative gegen Raucherschäden und die Schutzgemeinschaft für Nichtraucher machten zum Weltnichtrauchertag außerdem auf das Problem von im Freien achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln aufmerksam. Diese würden nicht nur eine Brandgefahr darstellen. Die hohe Zahl gefährde vielmehr uns alle, betonen die Mediziner Kurt Aigner und Manfred Neuberger von der Ärzteinitiative. „Sie sind ein Problem infolge der Belastung unserer Umwelt als Müll, aber auch durch ihre toxischen Inhaltsstoffe, sowie dem zum Beispiel durch die Zerreibung der Filter durch Autoreifen entstehenden Feinstaub, der bei der Atmung tief in die Lunge eindringt“, erläutern sie.