Zwischen Genuss und Sucht

SUPRO und Caritas beteiligten sich an der Dialogwoche Alkohol.
Feldkirch, Götzis Wann ist Alkohol ein Genuss und wann wird er zur Sucht? Im Rahmen der österreichweiten Dialogwoche Alkohol vom 17. bis 23. Mai liegt ein spezieller Schwerpunkt in der Information. In Vorarlberg bieten SUPRO sowie die Caritas Suchtarbeit Online-Vorträge zu verschiedenen Themen an. „Wissen ist der erste Schritt zur Veränderung“, sind die Organisatoren Monika Chromy und Andreas Prenn überzeugt. In etwa eine Million Österreicherinnen und Österreicher haben ein problematisches Trinkverhalten.
Sucht entwickelt sich langsam
Studien zeigen, dass nur 20 Prozent der Österreicher keinen oder kaum Alkohol konsumieren. Auffallend ist auch, dass der Durchschnittskonsum mit dem Alter zunimmt. „Einer von fünf Befragten zwischen 50 und 60 Jahren trinkt Alkohol in einem Ausmaß, das eindeutig gesundheitsgefährdend ist, also mehr als einen halben Liter Wein beziehungsweise mehr als drei große Bier pro Tag“, berichtet SUPRO-Leiter Andreas Prenn.
Zu viel Alkohol kann abhängig machen. Eine Alkoholabhängigkeit ist aber nicht nur eine Frage der konsumierten Menge. Sie entwickelt sich langsam und für viele oft unbemerkt. Jede/jeder zwanzigste wird als alkoholabhängig eingestuft – viel öfter sind Männer betroffen. „Menschen trinken Alkohol als Mittel gegen Stress, Sorgen oder Langeweile. Ihre Gedanken kreisen ständig um das nächste Glas. Sie trinken immer mehr, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Sie haben Schwierigkeiten, zwei Tage in der Woche auf Alkohol zu verzichten. Das könnten bereits erste Hinweise auf die Entwicklung einer Abhängigkeit sein“, macht Andreas Prenn bewusst. „Sucht ist eine diagnostizierte chronische Erkrankung, die nicht mit Gewohnheit gleichzusetzen und auf eine ,Charakterschwäche‘ zurückzuführen ist“, warnt Monika Chromy vor Vorverurteilungen. „Risikofaktoren für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit sind ein schwieriges soziales Umfeld, Alkoholprobleme in der Familie, psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen, aber auch bestimmte genetische Faktoren.“
Wissen hilft weiter
Die österreichweite Dialogwoche Alkohol will sensibilisieren, zum Nachdenken über den eigenen Alkoholkonsum anregen und über Beratungsangebote informieren. Für Menschen, die bereits ein Problem mit Alkohol haben, sowie deren Angehörige stehen die Beratungsstellen der Stiftung Maria Ebene und der Caritas zur Verfügung. Die Fachleute unterliegen einer Schweigepflicht.
Online-Vorträge
Montag, 17. Mai 2021, 18 Uhr „8 Minuten Wissen statt 1/8-erl in Ehren“
Dienstag, 18. Mai 2021, 18 Uhr „Wenn der Herbst des Lebens neblig wird. Wenn ältere Menschen suchtkrank sind“
Mittwoch, 19. Mai 2021, 20 Uhr „Hinschauen und Handeln! Früherkennung und Frühintervention in der Arbeitswelt“
Donnerstag, 20. Mai 2021, 18 Uhr „Jeden Tag funktionieren funktioniert halt nicht! Was Angehörige für sich tun können“
Donnerstag, 20. Mai 2021, 20 Uhr „Wie schütze ich mein Kind vor Sucht? Was Eltern wissen sollten“
Anmeldung und weitere Infos zur Dialogwoche Alkohol unter www.dialogwoche-alkohol.at