Wenn der Frühling allzu heftig in der Nase kitzelt

Die warmen Temperaturen läuten auch die Pollensaison ein.
feldkirch Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling werden wieder Pollen und Blütenstaub durch die Luft getragen und sorgen bei für Freud und Leid, denn speziell für Allergiker kann dieser Frühlingsgruß zum Problem werden. „In Vorarlberg sind aktuell Erle und Hasel blühbereit, sodass es in den nächsten Tagen zum Pollenflug kommen kann“, erklärt Michaela Ranta, Oberärztin HNO-Abteilung im LKH Feldkirch, wo auch eine Allergieambulanz geführt wird.
Pollen auswaschen
Wer unter den landläufig als „Heuschnupfen“ bekannten Symptomen einer Pollenallergie leidet, weiß, was das bedeutet: Nies- und Juckreiz, verstopfte Nase, wässrige Nasensekretion, gerötete Bindehäute und Augentränen sind die häufigsten Symptome. „Vor Allergie auslösenden Pollen kann man sich aber schützen“, weiß Michaela Ranta: „Statt das Fenster zu öffnen, verwenden Allergiker im Auto spezielle Pollenfilter und die Klimaanlage. Und vor Aktivitäten im Freien empfehle ich, sich die Pollenflugvorhersage anzusehen und körperliche Anstrengung im Freien bei starkem Pollenflug zu vermeiden bzw. auf Tage mit geringerem Pollenflug zu verlegen, etwa auf regnerischen Tage.“ Nach dem Aufenthalt im Freien lohnt es sich zudem, die Pollen aus den Haaren zu waschen und mit einer Nasendusche Blütenstaubreste aus der Nase zu spülen.
Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens seit Ausbruch der Coronapandemie haben laut Europäischer Umweltagentur bereits im April 2020 zu einer nachweislichen Reduzierung der Luftverschmutzung geführt. „Eine Erklärung für diesen Rückgang ist vor allem die Reduzierung des Autoverkehrs durch Homeoffice und Lockdown“, sagt die HNO-Spezialistin. Andererseits führe eine Infektion dazu, dass die schädliche Wirkung von Feinstaub auf den Betroffenen zunehme.
Michaela Ranta weist darauf hin, dass eine FFP2-Maske, die derzeit zum Schutz gegen Coronaviren ohnehin ein ständiger Begleiter ist, beim Tragen im Freien die Belastung durch Pollen vermindern kann. Machen sich trotz aller Vorsicht erste Symptome bemerkbar, empfiehlt die Ärztin nach medizinischer Abklärung anti-allergische Nasensprays, bei akuter Verschlechterung anti-allergische Tabletten. Wenn durch einen Blut- und Hauttest eine Allergie gegen bestimmte Pollen festgestellt worden ist, kann außerdem eine sogenannte Hyposensibilisierungstherapie durchgeführt werden.
„Das Tragen der FFP2-Maske kann auch die Belastung durch Pollenflug vermindern.“