Diabetes-Hotline als Erfolgsprojekt

Gesund / 13.11.2020 • 11:30 Uhr
Joe Meusburger, Ruth Giesinger und Alexander Vonbank (v.l.) helfen.khbg
Joe Meusburger, Ruth Giesinger und Alexander Vonbank (v.l.) helfen.khbg

Informationen für Betroffene zu Covid-19 und Diabetes.

Feldkirch Den Welt-Diabetestag heute, Samstag, nimmt die Diabetes-Ambulanz am LKH Feldkirch zum Anlass, um über Diabetes und Covid-19 bzw. über ein aus diesen Gründen erfolgreich gestartetes Projekt zu berichten: Im Frühjahr hat die Ambulanz in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe eine Diabetes-Hotline für die rund 25.000 Betroffenen in Vorarlberg ins Leben gerufen. Der stellvertretende Obmann der Diabetesgruppen, Joe Meusburger, nimmt Fragen von Betroffenen in Zusammenhang mit Covid-19 entgegen und beantwortet sie gemeinsam mit dem Diabetes-Ambulanzteam am LKH Feldkirch, Oberarzt Alexander Vonbank sowie Diabetesberaterin Ruth Giesinger. Seit der Inbetriebnahme der Hotline im März 2020 sind mehr als 750 Anrufe von Ratsuchenden bei der Hotline eingelangt.

Angst vor dem Virus

Die steigenden Infektions- und Todeszahlen im Zusammenhang mit Covid-19 machen vielen Diabetikern Angst, denn: „Sie werden häufig zur Risikogruppe gezählt“, erklärt Alexander Vonbank. Die Hotline sei deshalb eine wichtige Anlaufstelle, um richtig zu informieren und so mögliche Sorgen zu nehmen, bekräftigt auch Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Täglich melden sich derzeit acht bis 10 Menschen mit Fragen bei der Hotline, im März waren es bis zu 50 Personen täglich. „Das Konzept war so erfolgreich, dass wir bereits von anderen Bundesländern kopiert worden sind“, kann Selbsthilfe-Obmann Joe Meusburger berichten. Der Verband der österreichischen Diabetesberaterinnen bietet zusätzlich eine Info-Hotline an. In jedem Bundesland steht eine ausgebildete Diabetesberaterin mit ihrem Expertenwissen zur Verfügung, um Betroffene und Angehörige in dieser Zeit zu unterstützen.

Entscheidend für die Höhe des Risikos ist nicht Diabetes allein, es müssen auch Begleiterkrankungen in diese Rechnung aufgenommen werden. „Aus internationalen Untersuchungen lässt sich ableiten, dass generell nicht das Risiko einer Erkrankung bei Menschen mit Diabetes erhöht ist, sondern dass das Risiko für einen schweren Verlauf steigen kann“, informiert Alexander Vonbank. „Sogar bei Patienten, die einen so schweren Covid19-Verlauf haben, dass sie ins Krankenhaus aufgenommen werden müssen, zeigt sich, dass Diabetes allein den weiteren Verlauf noch nicht definiert. An Covid-19-Verstorbene wiesen signifikant häufiger zusätzlich zum Diabetes vier oder noch mehr Begleiterkrankungen auf.“ 

Änderung des Lebensstils

Neben der Einhaltung der allgemeinen Hygienemaßnahmen wie Abstand, Maske und Händehygiene ist für Diabetiker ein gut eingestellter Blutzucker entscheidend. „Lieber einmal zu viel als zu wenig kontrollieren“, rät auch Diabetesberaterin Ruth Giesinger. Eines gilt sowohl für die Prävention wie für die Behandlung von Diabetes: Es bedarf einer Anpassung des Lebensstils mit Bewegung, Gewichtskontrollen und Nikotinabstinenz. „Wir empfehlen 10.000 Schritte täglich, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch. Fleisch und Wurst gehören nicht jeden Tag auf den Teller“, sagt Oberarzt Alexander Vonbank. 

Diabetes Hotline der Selbsthilfe Vorarlberg Diabetesgruppen: Tel. 0664/4349658, E-Mail: diabetes@selbsthilfe-vorarlberg.at; erreichbar Montag bis Freitag von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, www.selbsthilfe-vorarlberg.at/diabetes

Zur Person

MATHIAS SCHNETZER

Geboren 1987

Wohnort Langen bei Bregenz

Beruflicher Werdegang 2008 Bachelorstudium Soziale Arbeit an der FHV, 2016 Masterstudium interkulturelle Soziale Arbeit FHV, seit 2013 Jugendcoach bei der Firma „dafür Unternehmens- und Personalberatung GmbH“ im Bezirk Bregenz