Masken und trockene Augen
Corona beschert auch den Sehorganen eine zusätzliche Belastung.
Bludenz Die Augen werden diesen Winter aufgrund der Zusatzbelastung durch das Maskentragen besonders gefordert. Masken-assoziiertes Trockenes Auge (MATA), so lautet das Fachwort, das die Menschen noch länger begleiten wird. Aufgrund von trockener Winterluft, kaltem Wind und der Beheizung in Innenräumen sind die Augen in dieser Jahreszeit ohnehin gefordert. „Neu ist, dass sich auch die durch Maskentragen verursachte Trockenheit dazugesellt und die Augen noch stärker gereizt werden“, sagt Simon Bitsche, Landesinnungsmeister der Augenoptiker.
Reduzierte Luftausbreitung
Ein Mund-Nasen-Schutz reduziert die Luftausbreitung nach außen, doch der Atem bahnt sich trotzdem seinen Weg. Liegt die Maske zu lose am Gesicht an, wird der Luftstrom über die Augenoberfläche geleitet. Dadurch beschleunigt sich die Verdunstung des Tränenfilms. „Die Auswirkungen sind trockene Stellen an der Augenoberfläche. Die Augen sind gereizt und gerötet. Zum Teil tränen sie auch“, erklärt Bitsche. Generell raten die Augenoptiker/Optometristen dazu, im Winter augenfreundlichere Bedingungen zu schaffen, etwa durch den Einsatz von Luftbefeuchtern in Innenräumen. Nicht immer liegt es aber nur an Umweltursachen. Auch andere Faktoren können eine Rolle spielen. Trockene Augen werden etwa durch verklebte Lidränder, eine zu geringe Tränenmenge oder eine schlechte Tränenfilmqualität begünstigt. „Wenn Sie Anzeichen von Trockenheit bemerken, verschleppen Sie das Problem nicht. Lassen Sie sich unbedingt frühzeitig beraten, um das Problem zu beheben“, betont Bitsche.
Tipps gegen trockene Augen
» Kontrolle des Tränenfilms: „Lassen Sie die Beschaffenheit Ihres Tränenfilms prüfen. Das ist bei jedem Augenoptiker möglich, der dazu Spezialgeräte einsetzt. Er kann feststellen, ob Menge und Qualität des Tränenfilms ausreichend sind, um die Augen zu schützen“, empfiehlt der Experte.
» Nachbenetzungstropfen: Je nachdem welche Ursachen die Trockenheit auslösen, gibt es verschiedene Arten von Nachbenetzungstropfen, die helfen können. Bitsche warnt jedoch: „Es ist wichtig, nicht irgendwelche Mittel ins Auge einzutropfen, da sie das Problem verstärken können. Lassen Sie sich unbedingt beraten.“ Verschlimmern sich die Symptome, ist der Besuch eines Facharztes zu empfehlen.
» Maskentragen bitte richtig: Gegen MATA selbst hilft vor allem eines: Die Maske muss gut am Gesicht anliegen, etwa mittels integriertem Nasenbügel, den man individuell zurechtbiegen kann. Der gute Sitz ist auch dann hilfreich, wenn die Brille zum Beschlagen neigt.
» Brille statt Kontaktlinsen: Achten Sie auf Kontaktlinsenhygiene und reinigen Sie diese entsprechend den Herstellerangaben“, sagt Bitsche. Allerdings kann es sich für Kontaktlinsenträger auch lohnen, im Winter auf Brillen umzusteigen. „Wer merkt, dass die Augen empfindlich bleiben, sollte für diese Zeit auf Kontaktlinsen verzichten.“