Mit Impfung Polio ausgerottet
Der Rotaryclub spielte dabei eine zentrale Rolle.
Feldkirch Der heutige Samstag wurde zum Weltpoliotag erklärt. Kaum jemand denkt in unseren Breiten noch an die Kinderlähmung, weil sie dank Impfung seit bald 50 Jahren ausgerottet ist. Am 25. August wurde Afrika als vorletzter Kontinent von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als poliofrei erklärt. Die Erkrankung ist nur mehr in Pakistan und Afghanistan endemisch.
„Auch in Vorarlberg gab es 1947 und 1957 zwei schwere Ausbrüche mit vielen Toten“, erinnert Primar Karl Lhotta, Präsident des Rotaryclubs Vorarlberg, an die weit zurückliegenden dramatischen Ereignisse. Mit Einführung der Schluckimpfung war das Virus 1961 ausgerottet. Rotary spielte dabei eine zentrale Rolle.
Bösartiges Virus
Das Poliovirus befällt das Nervensystem und kann innerhalb weniger Stunden eine totale Lähmung verursachen. Es kann Menschen jeden Alters befallen, betrifft jedoch hauptsächlich Kinder unter fünf Jahren. Kinderlähmung ist nicht heilbar, aber durch Impfungen zu verhindern. „Rotary und unsere Partner sind seit über 30 Jahren bestrebt, Polio weltweit auszurotten“, erklärt Karl Lhotta. Rotary-Mitglieder haben über 2,1 Milliarden US-Dollar und unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden zur Verfügung gestellt, um mehr als 2,5 Milliarden Kinder in 122 Ländern vor dieser lähmenden Krankheit zu schützen.
99,9 Prozent weniger
Als Rotary und seine Partner 1988 die Global Polio Eradication Initiative (GPEI) gründeten, gab es jedes Jahr 350.000 Poliofälle in 125 Ländern. Inzwischen konnten die Poliofälle um 99,9 Prozent verringert werden, und es melden nur noch Afghanistan und Pakistan weiterhin Fälle von Polio-Wildviren. Die Infrastruktur, die Rotary zur Beendigung der Kinderlähmung aufgebaut hat, wird mittlerweile auch zur Behandlung und Vorbeugung anderer Krankheiten genutzt, einschließlich Covid-19. Die Beseitigung aller Poliofälle wird aber weiterhin Ausdauer erfordern.