Corona und Antikörper
Eine internationale Pharmagruppe unter Mitwirkung von Takeda in Wien hat begonnen im Rahmen einer klinischen Studie Covid-19-Patienten mit Antikörpern zu behandeln.
Die als Hyperimmunglobuline bezeichneten Antikörper (Immunglobuline, Abk. Ig) werden aus dem Blutplasma genesener Covid-19-Patienten durch Aufreinigung und Konzentration gewonnen. Blutplasma ist für viele medizinische Präparate ein sehr wertvoller Rohstoff. Es ist der Anteil des Blutes, der nicht aus Zellen besteht und enthält neben Wasser, Zucker und Fetten viele Proteine wie Gerinnungsfaktoren, Hormone und eben auch Antikörper. Wie in dieser Rubrik bereits beschrieben, handelt es sich bei der Hyperimmunglobulin-Behandlung um eine passive Immunisierung bzw. passive Impfung. Erkrankten Patienten werden zu diesem Zweck Antikörper injiziert, die von anderen ehemaligen Patienten gebildet worden sind. Vereinfacht kann man sich diese Therapie als eine Art konzentrierte Blutspende vorstellen. Das Prinzip wird in ähnlicher Form seit vielen Jahren eingesetzt, beispielsweise bei Tollwut, Hepatitis oder Tetanus. Bei der Anwendung für Covid-19 war auch der österreichische Standort der Firma Takeda involviert, eine Pharmafirma die sich auf die Verwertung menschlichen Blutplasmas konzentriert und zusammen mit anderen Unternehmen aus dieser Branche die „CoVIg-19 Plasma Alliance“ gegründet hat. Aktuell befindet sich diese auf passiver Immunisierung basierende Hyperimmunglobulin-Behandlung in der Phase 3 einer klinischen Studie und somit in einem fortgeschrittenen Stadium. Dazu werden an 58 Standorten auf der ganzen Welt stationär aufgenommene Covid-19-Patienten entweder mit dem antiviralen Medikament Remdesivir oder, zusätzlich zu Remdesivir, mit der Hyperimmunglobulin-Therapie behandelt. Vonseiten der beteiligten Pharmafirmen könnte nach einer erfolgreichen Evaluierung in dieser Phase-3-Studie die beschriebene Therapie eine der frühesten Behandlungsmethoden für Krankenhauspatienten werden, bei denen das Risiko schwerwiegender Komplikationen aufgrund von Covid-19 besteht. Dozent Andreas Leiherer, VIVIT-Institut
Eine internationale Pharmagruppe unter Mitwirkung von Takeda in Wien hat begonnen im Rahmen einer klinischen Studie Covid-19-Patienten mit Antikörpern zu behandeln.