Lichttherapie als Alternative

Dermatologin Katja Barlas ist von der erfolgreichen Anwendung überzeugt.
Bludenz Der Leidensdruck für Menschen mit Hauterkrankungen ist oftmals groß. Das belastet auch die psychische Gesundheit. Katja Barlas, Hautärztin in Bludenz, hat mit der Lichttherapie gute Erfahrungen gemacht.
Was ist eine dermatologische Lichttherapie?
BARLAS Bei der Lichttherapie handelt es sich um eine Bestrahlungstherapie unter Verwendung von Ultraviolett (UV)-Licht. Diese Strahlen sind ein Teil des natürlichen Sonnenlichts. Während UVA-Strahlen eine Tiefenwirkung erzielen, werden UVB-Strahlen eher für eine oberflächliche Behandlung angewendet. Ziel der UV-Therapie ist das Abklingen der Krankheitssymptome.
Wie wird eine UV-Lichttherapie durchgeführt?
BARLAS Die Bestrahlungen erfolgen drei bis fünf Mal in der Woche. Die Lichtdosis liegt anfangs unter jener Dosis, die zu einer Hautrötung führt. Steigerungsrate und Zieldosis werden dem jeweiligen Hauttyp angepasst. Ist das therapeutische Ziel erreicht, wird die Lichttherapie schrittweise beendet. Begleitend erfolgt eine Hautpflege mit Salben und eventuell mit Ölbädern. Wir verfügen zusätzlich über einen Excimer-Laser. Dieser ermöglicht einen noch gezielteren Einsatz der UVB-Strahlung. Gerade in der Behandlung von Schuppenflechte können gute Erfolge erzielt werden.
Bei welchen Erkrankungen empfehlen Sie eine UV-Lichttherapie?
BARLAS Die Lichttherapie vertreibt Entzündungszellen in der Haut. Sie wird bei der Weißfleckenkrankheit, bei Neurodermitis, Schuppenflechte, Mykosis Fungoides und der Autoimmunkrankheit Morphea angewandt. Bei Juckreizerkrankungen ist die Indikation recht großzügig zu stellen. Bei Lichtallergien kann sogar so weit geholfen werden, dass selbst eine starke Sonnenbestrahlung wieder erträglich wird. Unter besonderen Umständen können auch Kinder behandelt werden.
Was empfehlen Sie bei Juckreiz?
BARLAS Bei Juckreiz leiden Patienten oft sehr, einerseits durch die sichtbaren Hautschäden, aber auch aufgrund von Folgeerscheinungen wie beispielsweise Schlaflosigkeit. Es ist mitunter ein verhängnisvoller Kreislauf: Die Haut juckt, man kratzt sich, dadurch wird die Haut verletzt, und es entsteht wieder ein Juckreiz. Ich empfehle die Kontrolle von Einflussfaktoren sowie Kratzalternativen. Bei Kindern kann dies eine Schatzkiste sein, die einen Igel-Massageball, einen nassen Waschlappen, einen Coolpack und eine Juckreizcreme enthält und im Kühlschrank aufbewahrt wird. So lernen Kinder, Eigenverantwortung zu übernehmen.
Haben UV-Therapien auch Nebenwirkungen?
BARLAS UV-Therapien haben ähnliche Effekte und Nebenwirkungen wie natürliches UV-Licht. Während eine unkontrollierte Sonnenexposition jedoch bekanntermaßen schädliche Sonnenbrände und damit eine vorzeitige Alterung der Haut oder sogar Hauttumore bewirken kann, bedeutet die medizinisch kontrollierte Anwendung von UV-Licht eine sorgfältige Abwägung zwischen Nutzen und Risiko. Patienten, die bereits Hauttumore hatten, ist von einer UV-Therapie jedoch abzuraten. BI

Zur Person
KATJA BARLAS
Geboren 30. September 1976
Beruf Hautärztin
Laufbahn Schwimmen, Lesen, Spazieren, Geige spielen, Trainerin für Kunstturnen
Familie verheiratet, zwei Kinder