Zentrum für gynäkologische Tumore

Gesund / 31.07.2020 • 10:49 Uhr
Das Team des Zentrums freut sich gemeinsam über die Zertifizierung, die auch ganz im Sinne der Patientinnen ist.khbg
Das Team des Zentrums freut sich gemeinsam über die Zertifizierung, die auch ganz im Sinne der Patientinnen ist.khbg

Gynäkologie des LKH Feldkirch wurde mit Zertifizierung bedacht.

Feldkirch Das LKH Feldkirch wurde als Zentrum für gynäkologische Tumore zertifiziert. Schon Anfang des Jahres erhielt das Brustzentrum eine Rezertifizierung, welche die hohe Behandlungsqualität bestätigte. Ein Vorteil für betroffene Frauen ist die interdisziplinäre Behandlung unter einem Dach.

Zusammengeführt

Unter dem Begriff gynäkologische Tumore sind Erkrankungen wie Eierstockkrebs, Gebärmutterkörper- und Gebärmutterhalskrebs, Eileiterkrebs, Schamlippenkrebs und Scheidenkrebs zusammengefasst. „Es geht also um Organe im gynäkologischen Bereich, die entarten können“, informiert Primar Burghard Abendstein. Er ist der Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Landeskrankenhaus Feldkirch. Vor Kurzem wurden die bereits bisher durchgeführten Behandlungen der genannten Krebserkrankungen auch in organisatorischer Form als „Zentrum für gynäkologische Tumore“ zusammengeführt und institutionalisiert.

Für die qualitativ hochwertige Diagnosestellung und Behandlung erhielten Primar Abendstein und Oberärztin Claudia Schmedler mit ihrem Team die Bestätigung seitens der Österreichischen Zertifizierungskommission. „Die Zertifizierung ist sehr aufwändig: Ziel ist eine standardisierte Dokumentation des Prozessablaufes etwa beim Behandlungspfad für eine umfassende Abklärung und in der Folge für eine individuelle Therapie, die für jeden Mitarbeiter in der Abteilung gilt und einsehbar sein muss. Diese internen Prozesse wurden von der Kommission von außen beobachtet und als sehr gut beurteilt“, zeigt sich Abendstein erfreut über die Anerkennung. „Durch die festgelegten Vorgehensweisen werden Behandlungen noch besser nachvollziehbar und kontrollierbar“, bestätigt Claudia Schmedler. Auch für eine gute Zusammenarbeit mit allen für die Krebsbehandlung notwendigen medizinischen Disziplinen wie Anästhesie, Radiologie, Strahlentherapie oder Onkologie sind einheitliche Qualitätsstandards im Sinne der optimalen Patientenversorgung wichtig.

Frühzeitiges Erkennen

Die Diagnose „bösartige Erkrankung“ ist für jede Frau ein einschneidendes Erlebnis. „Allerdings sind Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane gut behandelbar“, betont Claudia Schmedler. „Ein frühzeitiges Erkennen, eine optimale Behandlung und ein kompetentes Ärzte- und Pflegeteam können die Heilungschancen wesentlich verbessern.“ Die Erstellung eines Therapieplanes erfolgt interdisziplinär mit allen notwendigen medizinischen Fachdisziplinen. Wöchentlich finden Tumorboards statt, in denen die Behandlung für jede einzelne Patientin besprochen und entsprechend den neuesten Erkenntnissen festgelegt wird.

Primar Burkhard Abendstein erklärt: „Wir als Zentrum können der Patientin alle diagnostischen und therapeutischen Schritte – von der Abklärung bis zur Nachsorge – anbieten. Zudem steht unsere Abteilung als Referenzzentrum für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen sowie andere gynäkologische Einrichtungen zur Verfügung. Das bedeutet, dass Vorarlberger Patientinnen wohnortnah behandelt und die einzelne Behandlung jeweils mit ihrem behandelnden Arzt bzw. ihrer behandelnden Ärztin besprochen werden.“

Gynäkologische Tumore werden meist durch Vorsorgeuntersuchungen erkannt. Mögliche Anzeichen können ungewöhnliche Blutungen sein. Mittlerweile ist bekannt, dass es genetische Faktoren gibt, die eine Erkrankung beeinflussen. Auch familiäre Risikofaktoren spielen eine Rolle: Frauen aus Familien mit Brust- oder Eierstockkrebs rät Abendstein besonders zur regelmäßigen Vorsorge: „Je früher eine solche Erkrankung erkannt wird, desto besser sind Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsrate.“ Pro Jahr gibt es in Vorarlberg rund 100 Neuerkrankungen an gynäkologischen Tumoren, etwa 150 Patientinnen werden jährlich im Zentrum für gynäkologische Tumore behandelt.  

„Wir können der Patientin alle Schritte von der Diagnostik bis zur Nachsorge anbieten.“