Corona lässt die Zahl hungernder Kinder steigen

Die Armut in Familien nimmt laut Unicef enorm zu.
new York Vor einer dramatischen weltweiten Zunahme der Mangelernährung unter kleinen Kindern als Folge der Coronakrise hat Unicef gewarnt. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie könnten dazu führen, dass bis Ende des Jahres zusätzliche 6,7 Millionen kleine Kinder von akuter Mangelernährung betroffen seien, erklärte das UN-Kinderhilfswerk jüngst in New York.
Sorge vor Höchststand
Nach Angaben der Organisation waren im vergangenen Jahr weltweit schätzungsweise 47 Millionen Kinder im Alter von unter fünf Jahren akut mangelernährt. Mit dem befürchteten Anstieg infolge der Pandemie könnte die Zahl der betroffenen Kinder demnach ihren bisherigen Höchststand in diesem Jahrtausend erreichen. Die meisten der an Mangelernährung leidenden Kinder leben in Subsahara-Afrika und Südasien. Inzwischen werde deutlich, dass die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie Kindern mehr schaden würden als „die Krankheit selbst“, erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Armut in Familien nehme zu, grundlegende Ernährungsdienste und Versorgungsketten seien schon seit Längerem unterbrochen. Auch seien Lebensmittelpreise extrem in die Höhe geschossen. Dies alles führe dazu, dass Kinder weniger gesund ernährt würden.
Erhöhtes Risiko
Unter akuter Mangelernährung leidende Kinder haben laut Unicef ein deutlich höheres Risiko früh zu sterben oder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückzubleiben. Hilfsorganisationen benötigen nach Angaben von Unicef mindestens 2,4 Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro), um Kinder und Mütter bis Ende des Jahres mit Ernährungsprogrammen zu unterstützen.