Achtung: Stich- und Bissgefahr!

Gesund / 24.07.2020 • 10:17 Uhr
Bienen nützen glücklicherweise mehr, als sie schaden. Allergikern kann ihr Stich dennoch sehr gefährlich werden.vn/stiplovsek
Bienen nützen glücklicherweise mehr, als sie schaden. Allergikern kann ihr Stich dennoch sehr gefährlich werden.vn/stiplovsek

Rotes Kreuz rät zur Vorsicht bei Insektenstichen im Mund oder Rachen.

Wien Achtung Stich- und Bissgefahr: Im Sommer summt, brummt und kriecht es vermehrt in Österreichs Wäldern und Wiesen. Biene, Zecke und Co. können dem Menschen nicht nur lästig, sondern auch gefährlich werden. Das gilt ebenso für das Gift von Schlangen. „Insektenstiche sind meist harmlos und verursachen juckende Rötungen und Schwellungen. Das heilt oft von alleine. Steckt der Stachel im Fleisch, ziehen Sie ihn vorsichtig mit der Pinzette heraus. Kühle Umschläge helfen, dass die Schwellung schneller abklingt“, erklärt Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber.

Notfallmedikamente

Problematisch sind Stiche im Mund oder Rachen. Dann besteht Erstickungsgefahr. „Damit die Atemwege so wenig wie möglich anschwellen, ein Eis lutschen und von außen mit kalten Kompressen kühlen. Betroffene sollten aufrecht sitzen und ruhig bleiben. Rufen Sie bei Atembeschwerden sofort den Notruf“, sagt Schreiber. Besondere Gefahr besteht für Allergiker. „Im schlimmsten Fall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der die Atmung und das gesamte Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt. Dann besteht Lebensgefahr.“ Starkes Unwohlsein, Fieber oder Erbrechen sind erste Anzeichen dafür. In diesen Fällen sofort 144 wählen. Allergiker sollten immer ihre Notfallmedikamente griffbereit haben.

Vergiftungserscheinungen

„Wird man von einer heimischen Giftschlage wie Kreuzotter oder Sandviper gebissen, können Vergiftungserscheinungen auftreten“, erklärt der Rotkreuz-Chefarzt. Diese sind in der Regel nicht lebensbedrohlich, es sollte dennoch ein Arzt aufgesucht werden. Wie bei Insektenstichen ist die Kühlung der betroffenen Stelle eine wichtige Erstmaßnahme. „Auf keinen Fall sollte die Wunde ausgesaugt oder abgebunden werden“, warnt Schreiber. Wenn möglich ein Foto der Schlange machen – für die Behandlung des Bisses ist es wichtig zu wissen, um welche Schlange es sich handelt.

Zecke samt Kopf entfernen

Zecken sind weit verbreitet. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper gründlich abgesucht werden, denn Zecken können FSME und Borreliose übertragen. Die Blutsauger verstecken sich gerne in behaarten Stellen am Körper. „Ziehen Sie die Zecke vorsichtig mit einer Pinzette oder Zeckenkarte gerade heraus, bis sie loslässt. Achten Sie darauf, dass Sie auch den Kopf entfernen“, führt Schreiber das Prozedere aus. Von Drehbewegungen, Öl oder Klebstoff rät er ab. Bleiben Teile der Zecke in der Haut, müssen diese von einem Arzt entfernt werden. Bildet sich ein roter Kreis um die Einstichstelle, ist das ein Hinweis auf eine Borreliose.

„Biene, Zecke und Co. können dem Menschen nicht nur lästig, sondern auch gefährlich werden.“