Bewusstsein schärfen

Krebshilfe plädiert für HPV-Impfung.
Schwarzach Bei vielen Krebsarten ist Vorbeugen bis zu einem gewissen Grad möglich. Entsprechende Maßnahmen umfassen gesunde Ernährung, Bewegung beziehungsweise einen ausgewogenen Lebensstil. Doch auch wer diese Maßnahmen befolgt, kann erkranken. Anders ist das bei Gebärmutterhalskrebs, da dieser fast immer durch Humane-Papilloma-Viren (HPV) ausgelöst wird. Bereits das Risiko für Krebsvorstufen kann um 90 Prozent gesenkt werden, wenn schon im Kindesalter gegen das Virus geimpft wird. Lassen sich ausreichend viele Mädchen und Buben impfen, kann Gebärmutterhalskrebs sogar ausgerottet werden. Trotz Aufnahme der Impfung ins Gratis-Kinderimpfprogramm sind die Durchimpfungsraten bei HPV in Österreich sehr niedrig.
Vor dem ersten Kontakt
In Vorarlberg erkranken laut Krebshilfe-Präsident Gebhard Mathis jährlich etwa 100 Personen an Krebs, der durch HPV ausgelöst wird. Es handelt sich um verschiedene Unterleibskrebsarten bei Frauen und Männern, aber auch Tumore im Mund- und Rachenbereich werden mit HP-Viren in Verbindung gebracht. „Durch die HPV-Impfung wird das Risiko deutlich gesenkt, an Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten, die durch diese Viren verursacht werden, zu erkranken. Deshalb wird die Impfung auch offiziell für junge Menschen empfohlen“, betont Mathis.
HPV-Viren vom Hochrisikotyp (vor allem 16 und 18) können unter anderem zu Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) führen. Viren vom Niedrigrisikotyp (vor allem 6 und 11) wiederum verursachen Genitalwarzen. „Fast alle Menschen, die sexuell aktiv sind, kommen im Laufe ihres Lebens mit HPV-Viren in Kontakt“, gibt der Krebshilfe-Präsident zu bedenken. Zur Krebsprävention wurde die HPV-Impfung auch in die Impfempfehlungen des Robert Koch-Instituts aufgenommen. Der Nutzen der Impfung ist am größten, wenn sie vor dem ersten Sexualkontakt durchgeführt wurde. „Leider liegt die Durchimpfungsrate bei Jahrgängen, die in das offizielle Impfprogramm fallen, in Vorarlberg bei nur 40 Prozent und ist damit viel zu gering“, bedauert Mathis und ergänzt: „Dabei könnten viele Krebserkrankungen und noch mehr Leid verhindert werden.“
Impfung ab neun Jahren
Im vergangenen Jahr richtete die Krebshilfe Vorarlberg einen Appell an die Schulärzte, auf die Impfung aufmerksam zu machen. Die Botschaft sei auf fruchtbaren Boden gefallen, in der Öffentlichkeit brauche es noch Bewusstseinsbildung. Die Weltgesundheitsorganisation hat das Ziel ausgerufen, den Gebärmutterhalskrebs auszurotten.