Wenn der Lebensmotor stottert

Gesund / 06.12.2019 • 11:24 Uhr
Eine Herzinsuffizienz wird von Betroffenen häufig immer noch viel zu lange ignoriert. Adobe Stock
Eine Herzinsuffizienz wird von Betroffenen häufig immer noch viel zu lange ignoriert. Adobe Stock

MedKonkret klärt über Herzschwäche und Therapiemöglichkeiten auf.

Feldkirch Herzschwäche ist eine Erkrankung, bei der das Herz nicht mehr in der Lage ist, die benötigte Menge Blut durch den Körper zu pumpen und damit die Organe mit ausreichend Sauerstoff und Energieträgern zu versorgen. Derzeit sind etwa ein bis zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung davon betroffen, allerdings nimmt die Häufigkeit der Erkrankung mit dem Alter deutlich zu. In Anbetracht der Tatsache, dass die Menschen immer mehr an Lebensjahren zulegen, sprechen Experten deshalb schon von einer Epidemie des 21. Jahrhunderts. Beim MedKonkret-Vortrag am Dienstag, 10. Dezember 2019, im Panoramasaal des LKH Feldkirch informiert Primar Matthias Frick, Leiter der Inneren Medizin I im LKH Feldkirch, über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Spezifische Behandlungen

Am häufigsten tritt Herzschwäche, auch als Herzinsuffizienz bekannt, als Folge eines akuten Herzinfarkts oder einer chronischen Durchblutungsstörung am Herzen auf. Auch unbehandelter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck, Herzmuskelentzündungen oder Herzklappenerkrankungen können eine Herzschwäche verursachen. „Schlussendlich kann jede Herzerkrankung in einer Herzschwäche münden“, betont Matthias Frick.

Typische Symptome einer Herzschwäche sind Atmenot, Leistungseinschränkungen und Müdigkeit. Auch geschwollene Beine können ein abklärungsbedürftiges Indiz sein. Wird eine Herzschwäche diagnostiziert, gilt es, die Ursache zu klären. „Dafür werden neben dem Herzultraschall heutzutage häufig eine MRT-Untersuchung und eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt“, erklärt Frick. Ist auch die Ursache ergründet, eröffnen sich spezifische Therapiemöglichkeiten. Liegt beispielsweise ein Bluthochdruck vor, muss vorrangig dieser behandelt werden. Bei einer koronaren Herzkrankheit ist es wichtig, wieder eine adäquate Durchblutung herzustellen.

Starkes Herz durch Bewegung

Regelmäßige Bewegung gehört ebenfalls zur Herzstärkung. Die Herzschwäche lässt sich zudem mit Medikamenten günstig beeinflussen. Da viele ältere Patienten von einer Herzschwäche betroffen sind, gewinnen laut Frick auch integrierte Versorgungslösungen zunehmend an Bedeutung. Will heißen: Auf die Erkrankung geschultes Pflegepersonal betreut die Patienten zu Hause und unterstützt damit den Hausarzt. VN-MM

„Schlussendlich kann jede Herzerkrankung in einer Herzschwäche münden.“

MedKonkret

Herzschwäche auf dem Vormarsch

Referent Primar Matthias Frick, Innere Medizin LKH Feldkirch

Termin Dienstag, 10. Dezember 2019, Panoramasaal des LKH Feldkirch

Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Eintritt frei, ebenso das Parken in der LKH-Parkgarage