Pollenallergikerin Chiara Rudigier verschafft sich mit Cortison Erleichterung

Gesund / 30.03.2019 • 17:00 Uhr
Pollenallergikerin Chiara Rudigier verschafft sich mit Cortison Erleichterung
Dank jährlicher Cortison-Depotspritze ist für Pollenallergikerin Chiara Rudigier die Blütezeit heute erträglich. Rudigier

Von Chiara Rudigier, einer Heuschnupfengeplagten, bei der die Immuntherapie nicht angesprochen hat, die jährliche Cortison-Depotspritze jedoch Erleichterung bringt.

Gortipohl Mit gemischten Gefühlen blickt Chiara Rudigier auf den anbrechenden Frühling und somit der Blütezeit entgegen: Ihr ist schmerzlich bewusst, dass Pollen aller Gräser, aber auch der Birke ihr wieder vehement zu Leibe rücken würden, hätte sie ihrem Leidensweg nicht im Alter von 17 Jahren sozusagen Ende gesetzt. Denn seither bekommt die heute 21-Jährige jährlich eine Depotspritze verabreicht. Der Wirkstoff heißt Cortison, und das macht die junge Gortipohlerin nachdenklich: Schon zu oft hat sie von den Auswirkungen dieser Substanz gelesen, gerade bei regelmäßiger Anwendung. Doch was bleibt ihr anderes übrig?

Im Kampf gegen die Allergene

Zurück zu den Anfängen: Im zarten Alter von neun Jahren verspürte Chiara Rudigier das erste Mal die Anzeichen einer aufkeimenden Allergie, eines Heuschnupfens: Nach dem Spielen im Freien meinte ihre Mutter, ihre Tochter habe sich eine Erkältung eingefangen. Doch die schnupfenartigen Erscheinungen nahmen kein Ende: Chiara musste immer wieder niesen, ihre Augen brannten und sie atmete schwer. Anfänglich waren die Beschwerden erträglich. Doch mit jeder Blütezeit wurde es schlimmer. Bis im Alter von 13 Jahren das erste Mal eine bedenkliche Atemnot auftrat. Der Facharzt wurde kontaktiert, Nasenspray, Augentropfen, Asthmaspray, auch pflanzliche Mittel wurden verordnet. Sie brachten Erleichterung, jedoch keine Heilung.

Was folgte, gleicht der typischen Therapie bei Pollenallergie: Nach der Familienanamnese (niemand außer Chiara leidet unter der Pollenallergie) und dem Abchecken des Wohnumfelds brachte der Hauttest, ein sogenannter Pricktest, die Wahrheit ans Licht: Chiara Rudigier leidet an einer Allergie auf die Pollen aller Gräser und der Birke. Im darauffolgenden Herbst begann die Hyposensibilisierung: Über 15 Wochen lang wurden ihr wöchentlich die entsprechenden Allergene in steigender Dosis subkutan verabreicht; im Anschluss folgten monatliche Spritzen, jetzt in gleichbleibender Dosis.

Gegenstrategien

Das Ergebnis zeigte sich in der kommenden Blütezeit: Das jetzt jugendliche Mädchen war beinahe beschwerdefrei: Chiara Rudigier überstand den Sommer auch ohne Nasen- und Asthmaspray oder Augentropfen. „Klar habe ich nach wie vor meine Haare täglich gewaschen, mein Zimmer nur am Abend gelüftet, täglich meine Klamotten gewechselt und bei geschlossenem Fenster geschlafen“, erzählt sie. Alles gut.

Im zweiten Sommer nach Beginn der subkutanen Immuntherapie kam jedoch die Ernüchterung: Zwar hatte der behandelnde Arzt schon angedeutet, dass nicht jeder von Pollenallergie Betroffene gleich auf die Behandlung reagiere, doch dass gerade bei ihr die Hyposensibilisierung nicht anspricht, das schmerzte spürbar: Wieder rann die Nase, kratzte es in Mund, Hals und Rachen und blieb ihr kontinuierlich und sich steigernd die Luft weg. Chiara Rudigier ging ihren Beschwerden abermals mit der symptomatischen Therapie an die Substanz: Antihistamine in Form von Nasenspray, Augentropfen und jetzt auch Tabletten wurden zu ihren ständigen Begleitern in der Pollensaison. Sie atmete auf.

Jährliche Depotspritze

Doch kurz nach ihrem 17. Geburtstag ging gar nichts mehr. „Wenn andere im Frühjahr und Sommer schier aufblühten, wurde mir das Leben gerade dann zur Qual, trotz aller Gegenstrategien. Auch der gut gemeinte Ratschlag, in der pollenfreien Zeit täglich einen Löffel vom heimischen Honig zu schlecken, brachte nichts“, erzählt Chiara Rudigier und weiter: „Schlussendlich empfahl mir mein Hausarzt ob des Wissens der gescheiterten Immuntherapie die Behandlung mit Cortison“, erzählt sie von ihrer ersten Depotspritze in die Pobacke, die sie seither jährlich jeweils zu Beginn der Pollensaison verabreicht bekommt. „Mein Leben mit Heuschnupfen ist nun erträglich, ja beinahe beschwerdefrei. Doch was bleibt, ist neben der Aussicht auf Heilung das ungute Gefühl, was das Cortison in meinem Körper bewirkt.“