Digitale Fitness
Die jungen Leute: nie um einen flotten Spruch verlegen, wenn es darum geht, uns Alten die Welt zu erklären. Aber lieber so als lehrmeisterlich. Da würden wir uns vermutlich erst recht dumm vorkommen und bald nicht mehr fragen, wenn es, beispielsweise, technischen Erklärungsbedarf gibt. Ein solcher, ich gebe es zu, besteht bei mir ab und an. Und, auch das müssen wir den Jungen zugestehen, sie wissen einfach, mit elektronischen Errungenschaften umzugehen. Was aber auch nicht verwundert, weil bekanntlich schon Zweijährige irgendwelche Spielkonsolen in die Hand gedrückt bekommen. Sei’s drum, irgendwann sind wir über ihre digitale Fitness froh. Zumindest bei mir ist das der Fall. Unlängst meinte mein Sohn, ich solle am Smartphone doch das Bluetooth deaktivieren, das würde unnötig viel Energie verputzen. „Dann mach‘ das“, forderte ich ihn auf. Mit flinken Fingern strich er über das Display, und schon war die Sache erledigt. „Und wie schalte ich ein?“, fragte ich. Neuerlich ein paar schnelle Handgriffe, dann die Anmerkung: „So.“ Okay. Bis ich die Funktion wieder benötigte, hatte ich die Eilanleitung allerdings schon nicht mehr im Kopf. Also wieder zu meinem Sohn und nachgefragt: „Wie geht das?“ Treuherziger Blick und dann: „Mama, jetzt zeige ich dir die Seniorenfunktion.“ Sind sie nicht allerliebst, unsere Kinder?
Marlies Mohr
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