Mit Lebensfreude gegen Parkinson

Welt-Parkinson-Tag. Angehörige und Selbsthilfe als wichtige Stützen.
Wolfurt Am kommenden Mittwoch, 11. April 2018, steht wieder der Welt-Parkinson-Tag im Kalender. Morbus Parkinson ist eine chronische Erkrankung des Gehirns. Sie äußert sich durch motorische Störungen, wie langsamere Bewegungen oder Blockaden, angespannte Muskeln oder Zittern. Typisch sind auch nichtmotorische Symptome wie Müdigkeit, Verstopfung oder ein beeinträchtigter Geruchssinn. Parkinson verläuft sehr individuell. Es gibt für alle Phasen der Erkrankung geeignete Therapien, die in enger Abstimmung mit behandelnden Neurologen ermittelt werden.
Die richtige Einstellung ist entscheidend für Betroffene. „Ihre Lebensfreude hat Einfluss auf den Verlauf der Krankheit und kann helfen, sie in den Griff zu bekommen“, weiß Helmut Schatz, Obmann der Parkinson-Selbsthilfe Vorarlberg. Dennoch blickt laut einer aktuellen Umfrage jeder Dritte aufgrund seiner Erkrankung angstvoll in die Zukunft. „Deshalb sind Angehörige eine wichtige Stütze für Betroffene“, sagt Schatz, der seit zwölf Jahren mit Parkinson lebt.
Absterben von Gehirnzellen
In Österreich leiden etwa 20.000 Personen an Morbus Parkinson, wobei Männer öfter betroffen sind als Frauen. Die Erkrankung beginnt zumeist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr, sehr selten vor dem 40. Lebensjahr. Als Ursache gelten nach derzeitigem Wissensstand genetische Veränderungen sowie äußere oder innere Auslöser. Im Verlauf der langsam fortschreitenden Erkrankung des Nervensystems sterben Gehirnzellen ab, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Der dadurch entstehende Dopamin-Mangel wirkt sich negativ auf die Steuerung der Muskulatur aus. „Schmerzen begleiten dich täglich, der ganze Körper steht unter Spannung, es ist ein pausenloses Zittern und noch vieles mehr“, erzählt Helmut Schatz. Bei ihm schränkte die Krankheit die Lebensqualität mit der Zeit so stark ein, dass Medikamente erforderlich wurden. „Mit der medikamentösen Behandlung sollte rechtzeitig und altersgerecht begonnen werden“, betont Schatz. Ziel der Therapie ist es, den Dopamin-Spiegel im Körper konstant zu halten.
Seit 2008 steht der Wolfurter der Parkinson-Selbsthilfe als Präsident vor und leitet auch die Selbsthilfegruppe. Die Treffen finden jeden ersten Dienstag im Monat um 14 Uhr statt. Die Selbsthilfegruppe möchte Parkinson-Patienten und deren Angehörige, aber auch die Öffentlichkeit informieren und motivieren, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen.
Infos zur Selbsthilfegruppe: Tel. 0664/1402980, E-Mail: schatz.helmut@cable.vol.at