Exportland auch in der Medizinforschung

Gesund / 06.04.2018 • 09:00 Uhr
Die Forschergruppe der Universität in Bern (v. l.): Iris Baumgartner, Heinz Drexel, Marc Schindewolf und Jörn Dopheide. Universität bern
Die Forschergruppe der Universität in Bern (v. l.): Iris Baumgartner, Heinz Drexel, Marc Schindewolf und Jörn Dopheide. Universität bern

Vivit-Institut und Universität Bern pflegen eine erfolgreiche Kooperation.

Feldkirch Das Vivit-Institut am Landeskrankenhaus Feldkirch exportiert weltweit medizinische Innovation und Erkenntnisse. Jüngstes Beispiel ist ein Forschungsergebnis der Klinik für Angiologie (Gefäßmedizin) an der Universität Bern, die bereits seit zwölf Jahren mit dem Vivit-Institut kooperiert. Klinikdirektorin Prof. Iris Baumgartner. „Wir haben hier in Bern eine Arbeitsgruppe für Arterienforschung etabliert und Prof. Heinz Drexel, mit dem wir viele gemeinsame Publikationen verfassten, in unser Team berufen. Die Zusammenarbeit ist exzellent angelaufen“, bestätigt Klinikdirektorin Prof. Iris Baumgartner. Bereits nach fünf Monaten wurde ein wichtiges Forschungsergebnis im führenden „Journal of Clinical Lipidology“ zur Veröffentlichung angenommen. „Prof. Drexel wurde nach Bern exportiert, unser Werk wird nun in die USA exportiert“, bemerkt die Ärztin schmunzelnd. Die Publikation handelt von der Cholesterintherapie mit Medikamenten, sogenannten Statinen, bei Beinarterien-Verkalkung, auch als Schaufensterkrankheit bekannt. Die Forscher fanden in den Jahren 2010 bis 2017 als Ursache eine Unterversorgung dieser schwer gefäßkranken Menschen, allerdings mit einer Besserungstendenz.

Längeres Überleben

Ein entscheidender Befund: Patienten mit Statinbehandlung lebten eindeutig länger. Eine weitere Erkenntnis: Entgegen vielfach erhobenen Behauptungen in der Laienpresse, die von 10 bis 20 Prozent Nebenwirkungen berichten, hatten hier nur weniger als zwei Prozent ein Nebenwirkungsproblem. Die Autoren schließen daraus, dass noch viel Arbeit notwendig ist, damit der Vorteil einer Cholesterintherapie „unter die Leute kommt“.

Heinz Drexel kommentiert: „Für mich ist es eine ideale Kombination, als Geschäftsführer im Vivit mit unserem Vorarlberger Team und als Professor an der Universität Bern mit der Arbeitsgruppe von Iris Baumgartner tätig sein zu können.“ Er kündigt weitere Arbeiten an.