Wenn die Knochen leiden

MedKonkret informiert über Osteoporose und Präventionsmaßnahmen.
Feldkirch Osteoporose ist eine häufige Erkrankung: Man geht davon aus, dass mehr als eine halbe Million Menschen in Österreich daran leiden. Jede zweite Frau und jeder fünfte Mann über 50 erleiden einen osteoporotischen Knochenbruch, das sind weltweit jährlich 8,9 Millionen Knochenbrüche, was einem Bruch alle drei Sekunden entspricht. Bei mehr als der Hälfte der Krankenhausbehandlungen nach osteoporotischen Brüchen liegen Hüftbrüche vor. Bis zu 25 Prozent dieser Betroffenen versterben innerhalb eines Jahres. Primar Günter Höfle vom Landeskrankenhaus Hohenems informiert im Rahmen von MedKonkret am Dienstag, 20. März 2018, ab 19 Uhr im Montforthaus in Feldkirch über Ursachen und vorbeugende Maßnahmen. Im Vorfeld bietet die Firma Neuroth kostenlose Hörtests an.
Schmerzloser Verlust
Die Erkrankung entsteht immer dann, wenn zu viel Knochenmasse abgebaut wird, was unterschiedliche Ursachen haben kann. „Man unterscheidet eine primäre Osteoporose, bei der die Risikofaktoren Geschlecht, Lebensalter und Genetik die wesentliche Rolle spielen, und eine sekundäre Osteoporose, die durch eine Reihe von Grunderkrankungen, durch Medikamente und Lebensstilfaktoren ausgelöst wird“, erklärt Primar Günter Höfle. Der Knochenmasseverlust an sich verläuft schmerzlos. Beschwerden treten erst durch Knochenbrüche auf. „An der Wirbelsäule ist die Situation etwas komplizierter, denn Rückenschmerzen können ein Erstsymptom einer Osteoporose sein“, merkt Höfle an. Und gar nicht so selten verbergen sich hinter uncharakteristischen Rückenschmerzen osteoporotische Wirbelkörperbrüche, bei denen die Betroffenen kein typisches Knochenbruchereignis wahrgenommen haben.
Knochendichtemessung
Die Diagnose wird anhand einer Knochendichtemessung gestellt. Bei hochgradiger Osteoporose reicht manchmal auch ein konventionelles Röntgenbild aus, um die Diagnose zu stellen. Die Basis der Therapie bilden Lebensstilmaßnahmen wie Bewegung, knochengesunde Ernährung, Sturzvermeidung und Nikotinabstinenz. Alkohol ist nur in sehr geringen Mengen erlaubt. Liegt ein hohes Knochenbruchrisiko vor oder ist bereits ein Knochenbruch aufgetreten, ist eine medikamentöse Therapie erforderlich. Treten Knochenbrüche auf, muss geklärt werden, ob der Bruch operativ zu behandeln ist oder nicht. Während Hüftbrüche fast immer so rasch wie möglich operiert werden sollen, ist die Situation bei Wirbelkörperbrüchen anders. Operiert wird nur in speziellen Konstellationen, zum Beispiel, wenn die Gefahr einer Rückenmarksverletzung besteht oder therapieresistente Rückenschmerzen über einige Wochen vorliegen. „Um Osteoporose und ihre Komplikationen zu vermeiden, ist es von größter Wichtigkeit, prophylaktische Maßnahmen im Sinne ausreichender körperlicher Aktivität und knochengesunder Ernährung im Alltag umzusetzen“, betont Höfle.
MedKonkret
Osteoporose – Wenn die Knochen leiden
Referent Primar Günter Höfle, LKH Hohenems
Termin Dienstag, 20. März 2018, Montforthaus Feldkirch
Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr