Fragen aus dem Publikum

Gesund / 18.05.2017 • 19:44 Uhr
Primar Bernhard Föger verstand es, ein durchaus etwas kompliziertes Thema den Besuchern anschaulich näherzubringen.
Primar Bernhard Föger verstand es, ein durchaus etwas kompliziertes Thema den Besuchern anschaulich näherzubringen.

Ich hatte eine Thrombose und eine Lungenembolie. Wie lange brauche ich eine Blutverdünnung, und muss ich die Stützstrümpfe weiterhin tragen?

Föger: Wenn keine provozierenden Faktoren vorgelegen sind, ist die Blutverdünnung mindestens drei Monate nötig, nach sechs Monaten kann die Behandlung beendet werden. Denn es gibt keine Blutverdünnung ohne Blutungsrisiko. Was die Verwendung von Stützstrümpfen betrifft ist der größte Nutzen am Anfang gegeben. Entscheidend ist aber eher, die Medikamente sauber einzunehmen.

Ich hatte eine Lungenembolie mit unbekannter Ursache. Gibt es eine Chance, wieder von der Blutverdünnung wegzukommen. Und könnte eine Testosteronbehandlung der Auslöser für eine Lungenembolie sein?

Föger: Da es das erste Ereignis war, gibt es sehr wohl die Chance, dass die Blutverdünnung gänzlich abgesetzt werden kann. Testosteron kann ein möglicher Grund für Thrombosen sein. Im Rahmen einer Hormonersatztherapie ist eine Testosteronbehandlung aber nicht mit einem Thromboserisiko vergesellschaftet.

Gibt es nach Lungenembolie und Thrombose eine Alternative zur lebenslangen Blutverdünnung?

Föger: Das Absetzen der Blutverdünnung muss man sich schon sehr genau überlegen.

Nach einer Lungenembolie vor 45 Jahren habe ich immer noch Schmerzen in der rechten Lunge. Woher könnten die kommen?

Föger: Lungen- und Rippfell schwitzen Eiweiß aus, das verpappt. Je nach Atembewegung kann das Schmerzen erzeugen.

Bei mir wurde eine Lungenembolie aufgrund von Atemnot entdeckt. Trotz Behandlung besserte sich die Atemnot aber nicht.

Föger: Eine Atemnot kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Herzschwäche. Man sollte untersuchen, ob ein Lungenhochdruck vorliegt. Ein solcher bessert sich durch Blutverdünnung nicht.

Kann die Trinkmenge die Dicke des Blutes beeinflussen?

Föger: Nur gering, weil der Körper das reguliert und übrige Flüssigkeit dann über die Nieren ausgeschieden wird.

Worin liegt der Unterschied zwischen Lungenembolie und Lungeninfarkt. Und kann sportliche Überbelastung zu einer Lungenembolie führen?

Föger: Die Antwort auf die zweite Frage lautet: „Nein.“ Zur ersten Frage: Ein Lungeninfarkt tritt ein, wenn kleine Teile der Lunge am Rand nur unzureichend durchblutet werden. Die meisten Lungenembolien führen nicht zum Lungeninfarkt, aber alle Lungeninfarkte sind durch eine Lungenembolie begründet.

Es hat mich gewundert, dass Sie bei der Diagnosestellung nicht die Magnetresonanztomografie erwähnt haben.

Föger: Die Magnetresonanztomografie ist für vieles gut, aber noch nicht zur Diagnose einer Lungenembolie.

Kann sich eine Thrombose eigentlich wieder vollständig auflösen?

Föger: Sie kann sich weitgehend vollständig auflösen.

Kann eine Thrombose in beiden Beinen gleichzeitig Schmerzen verursachen?

Föger: In aller Regel verursacht eine Thrombose nur einen einseitigen Beinschmerz. Ein zweiseitiger Beinschmerz ist die große Ausnahme. Meistens sind dafür andere Ursachen verantwortlich.