Wenn einem die Luft wegbleibt

Gesund / 12.05.2017 • 09:47 Uhr
Eine Computertomografie kann Aufschluss über den Zustand der Lunge bringen. Foto: apa
Eine Computertomografie kann Aufschluss über den Zustand der Lunge bringen. Foto: apa

MedKonkret-Vortrag befasst sich mit verschiedenen Ursachen der Lungenembolie.

Feldkirch. (VN-mm) Wenn beim ersten Aufstehen nach einer längeren Bettlägerigkeit plötzliche Atemnot, Schwindel, rascher Puls und niedriger Blutdruck auftreten, würden wohl viele spontan an die Möglichkeit einer Lungenembolie denken. Aber es gibt auch andere Ursachen, die diese gefährliche Erkrankung begünstigen, etwa eine Lungen- oder Rippfellentzündung, die nicht ausheilen will, oder versteckte Tumore. Primar Bernhard Föger, Leiter der Internen Abteilung im Landeskrankenhaus Bregenz, wirft in seinem MedKonkret-Vortrag „Mir bleibt die Luft weg – Lungenembolie“ einen Blick auf ein lebensbedrohendes diagnostisches Chamäleon. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 16. Mai 2017, ab 19 Uhr im Panoramasaal des Landeskrankenhauses Feldkirch statt. Eine Stunde vor Beginn bietet die Firma Neuroth wieder kostenlose Hörtests an.

Jeden kann es treffen

Jeder kann eine vorwiegend durch Blutgerinnsel in den Beinvenen ausgelöste Thrombose und Lungenembolie ausbilden. Besondere Risiken dafür sind Immobilisation, beispielsweise nach einer Operation, das Alter, Übergewicht, Rauchen, die Pille, eine Schwangerschaft, entzündliche Erkrankungen, Krebs und manche Medikamente. Wie bei fast jeder Krankheit spielen bei der Lungenembolie aber auch genetische Risikofaktoren eine wichtige Rolle. Das höchste Risiko für neuerliche Lungenembolien haben jedoch Patienten, die bereits einmal ein derartiges Ereignis durchmachen mussten.

Doch wie kommt es zu einer Lungenembolie? „Unser Blut fließt in den Schlagadern schnell, in den Venen aber nur langsam. Langsamer Fluss, Schäden an der Gefäßinnenhaut sowie zu dickes Blut erhöhen das Risiko, dass aus dem normalen langsamen Fluss des Blutes ein vollständiger Stillstand mit Entstehung eines Blutgerinnsels, also einer Thrombose, wird“, erklärt Bernhard Föger. Besonders schwer wiegt der Verschluss von außen nicht sichtbarer tiefer Venen. Das Bein schwillt stark an und kann nicht mehr schmerzfrei belastet werden. Je mehr venöse „Etagen“ betroffen sind, umso problematischer die Situation. Denn die Gefahr, dass sich die oft mehrere Zentimeter langen Blutgerinnsel vom Ort ihrer Entstehung ablösen und auf den Weg in Richtung des Herzens machen können, ist enorm. Die Folge sind verstopfte Lungengefäße und viel Druck auf das Herz.

Blutverdünnung

Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung einer Lungenembolie ist die rechtzeitige Diagnosestellung mittels Kompressionsultraschall der Beinvenen sowie einer Computertomographie der Lungenarterien. „Die wesentlichste Maßnahme anschließend besteht in der Durchführung einer konsequenten Blutverdünnung“, führt Bernhard Föger aus. Diese kann sowohl mit intravenös oder subkutan verabreichten Medikamenten als auch mit Tabletten erfolgen. Aber Vorsicht: Jede Blutverdünnung macht den Patienten zu einem sogenannten „künstlichen Bluter“, erhöht damit also sein Blutungsrisiko. Unbehandelt stirbt jeder dritte Patient mit Lungenembolie. In manchen Situationen, beispielsweise bei einem Schlaganfall, ist eine vorbeugende Blutverdünnung (Thromboseprophylaxe) unumgänglich. Die Abteilungen für Innere Medizin im Landeskrankenhaus Bregenz behandelt im Jahr 5500 Patienten stationär und weist ca. 11.000 Ambulanzkontakte auf.

MedKonkret

Mir bleibt die Luft weg – Lungenembolie

» Referent: Primar Bernhard Föger, Innere Medizin, LKH Bregenz

» Termin: Dienstag, 16. Mai 2017, Panoramasaal, LKH Feldkirch

» Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

» Eintritt frei, Parken in der Tiefgarage des LKH für MedKonkret-Besucher ebenfalls frei