Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Trotz allem zauberhaft

Gesund / 15.12.2016 • 18:20 Uhr

Dieser Tage bin ich tatsächlich ins Schwitzen gekommen. Aber nicht wegen unlösbar scheinender Probleme, obwohl . . . Also gut, der Grund war ein ganz profaner: Mein Fahrrad hatte schlicht  einen Platten. Aus heiterem Himmel. Ohne Vorwarnung. Da ich grundsätzlich bar jeder fahrradtechnischen Notfallausrüstung unterwegs bin, blieb mir nichts anderes übrig, als den schlappen Drahtesel nach Hause zu schieben. Der morgendliche Nebel, der Steppjacke, Mütze und Handschuhe bedingt hatte, war zwischenzeitlich der Sonne gewichen. Und die machte aus dem Winter- einen samtigen Herbsttag, der einem mehr als nur das Herz wärmte.

Allerdings verblasste darob auch der weihnachtliche Zierrat an und vor den Häusern. Erst recht deplatziert wirkten die Riesenkugeln, die an laublosen Bäumen gelangweilt vor sich hinschaukelten. Kurz gesagt: Keine Spur von Weihnachtsstimmung. Im ersten Moment irgendwie deprimierend. Andererseits sollten wir uns inzwischen daran gewöhnt haben, dass die Zeiten, in denen der Schnee an Heiligabend so sicher war wie das Amen im Gebet, vorbei sind. Frau Holle hat damit aber nichts zu tun. Das haben wir zum größten Teil selbst verbockt.

Doch ob grün oder weiß: Schön ist Weihnachten trotzdem. Denn der wärmste Wintertag wird irgendwann zur Nacht. Dann strahlen auch die Lichterketten wieder. Gehen Sie hinaus. Genießen Sie diesen Zauber. Er tut Körper und Seele gut. Weihnachten ist schließlich nur einmal im Jahr. Da kann uns das Wetter mal. Oder?

marlies.mohr@vn.at