Stillcafé öffnet seine Pforten

Gesund / 15.12.2016 • 18:20 Uhr
Heidemarie Körber-Lemp mit Söhnchen Roland und Kerstin Dörler freuen sich auf den Start des Stillcafés. Fotos: Khbg
Heidemarie Körber-Lemp mit Söhnchen Roland und Kerstin Dörler freuen sich auf den Start des Stillcafés. Fotos: Khbg

Ab Jänner 2017 wird es in Bregenz auch für das Unterland eine solche Einrichtung geben.

Bregenz. (VN-mm) Das von Sandra Mohilla in Bludenz eingerichtete Stillcafè floriert schon seit Jahren. Hier können sich junge Mütter austauschen und bei Bedarf auch Beratung in Anspruch nehmen. Im Unterland fehlte bislang etwas Gleichwertiges. Doch nicht mehr lange. Alsbald heißt es auch in Bregenz: Willkommen im Stillcafè! Am Dienstag, 3. Jänner 2017, öffnet im Personalwohnheim des Landeskrankenhauses Bregenz ein Stillcafé seine Türen. Die Initiatorinnen, Heidemarie Körber-Lemp, Gynäkologin, mit Söhnchen Roland derzeit im Mutterschutz, und Diplomkrankenschwester Kerstin Dörler haben ein Jahr in die Vorbereitungen investiert. Entstanden ist ein Refugium, in dem sich Mütter und Kinder wohlfühlen können.

Wissen weitergeben

Die Räumlichkeiten sind in warmen Farbtönen frisch gestrichen, die Einrichtung strahlt wohlige Behaglichkeit aus. Die Freude über das gelungene Werk ist Heidemarie Körber-Lemp und Kerstin Dörler an den strahlenden Gesichtern abzulesen. „Es war eine anstrengende Zeit, aber es hat sich gelohnt“, merken die Frauen zufrieden an. Die Idee zum Stillcafé wurde im Rahmen der Vorbereitungen für die Zertifizierung der Geburtshilfeabteilung im LKH Bregenz zum „Babyfriendly Hospital“ geboren. „Wir wollen das daraus entstandene Wissen an Eltern weitergeben. Denn häufig tauchen Fragen erst auf, wenn die Mutter mit dem Baby wieder zu Hause ist“, weiß Dörler, die ebenso wie Körber-Lemp auch geprüfte Stillberaterin ist. Außerdem arbeitet die freiberufliche Krankenschwester auf der Neonatologie des Krankenhauses Dornbirn und betreibt eine Still- und Säuglingspraxis in Lauterach.

Elternakademie

Chefarzt und Gynäkologie-Primar Michael Rohde leitet das Projekt, zudem auch eine Elternakademie gehört. „Mit Vorträgen zu den verschiedensten Themen möchten wir Eltern Impulse zur Entwicklungsförderung des Kindes sowie zur Gestaltung einer tragfähigen, verlässlichen Bindung geben“, erklärt Rohde die Intention der Eltern­akademie. Hier gibt es auch eine Kooperation mit der Elternberatung der connexia, schwanger.li, dem Netzwerk Familie sowie dem aks. Vorträge werden zweimal monatlich angeboten.

Das Stillcafè ist während der Woche zweimal am Vormittag von 9 bis 11.30 Uhr geöffnet. Auf die kleinen und großen Besucher wartet ein frisches Frühstück mit vielen guten Sachen. „Wir möchten Müttern und Kindern gesunde Ernährung schmackhaft machen“, sagt Kerstin Dörler. Beratung wird den Frauen im Bedarfsfall ebenfalls angeboten. Dafür steht ein eigener Raum zur Verfügung. Im Stillcafé willkommen sind auch Schwangere und nicht-stillende Mamas. Finanziert wird das Projekt durch Sponsoren. Ebenso wurde beim Gesundheitsförderungsfonds des Landes um einen Beitrag angesucht.

Vernetzung

Wichtig ist den Initiatorinnen außerdem die Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Stellen, die im Mutter-Kind-Bereich tätig sind. Auch das vor 15 Jahren eingerichtete Stilltelefon gehört dazu. Kerstin Dörler kann von stetig steigenden Anrufzahlen berichten. Allein heuer waren es bereits an die 800 Gespräche. Das Stilltelefon erachtet sie als besonders gute Möglichkeit, Frauen ins Stillcafè zu holen. Denn: „Alles lässt sich nicht am Telefon besprechen.“

 

Primar Michael Rohde (M.) leitet dieses besondere Projekt.
Primar Michael Rohde (M.) leitet dieses besondere Projekt.