Mit Kompetenz Tabus brechen

Gesund / 09.12.2016 • 08:22 Uhr
Das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums Dornbirn.  Foto: KH Dornbirn
Das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums Dornbirn. Foto: KH Dornbirn

Erfolgreiche Zertifizierung des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am KH Dornbirn.

Dornbirn. Österreichweit sind rund zehn Prozent der Bevölkerung von Inkontinenz- und Senkungsbeschwerden der Beckenorgane betroffen. Besonders häufig kommen diese Leiden bei Frauen vor. Trotz der großen Belastung im Alltag und Einschränkungen der Lebensqualität sprechen aus Schamgefühl aber nur wenige darüber. Viele wissen auch gar nicht, an wen sie sich wenden sollen. „Gemeinsam Lösungen finden, um die Lebensqualität zu verbessern: Aus diesem Grund arbeiten bei uns Expertinnen und Experten aus den verschiedensten Fachgebieten zusammen“, betont die Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums im Krankenhaus Dornbirn, Evi Reinstadler.

Die interdisziplinäre Einrichtung entspricht den höchsten Anforderungen der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreichs (MKÖ) und wurde nun offiziell zertifiziert. Mit einer Fortbildung zum Thema wurde das Ereignis gefeiert.

Maßgeschneiderte Therapie

Mit Kompetenz gegen Tabus. „Viele, die zu uns kommen, haben eine längere Leidensgeschichte hinter sich. Dabei sind sie mit ihren Problemen nicht allein“, erklärt Evi Reinstadler. Die Gründe für Harn- und Stuhlverlust können vielfältig sein: hormonelle Veränderungen, Alter, Medikamente, Geburt eines Kindes, Infektionen oder seelische Belastungen. Diesen Betroffenen eine maßgeschneiderte und den Ursachen entsprechende Behandlung zukommen zu lassen, daran arbeitet das gesamte Team. Durch das Zusammenwirken von Spezialistinnen und Spezialisten aus Chirurgie, Gynäkologie, Urologie, Radiologie, Physiotherapie und speziell ausgebildetem Pflegepersonal kann das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum eine breite Palette an Untersuchungen und Behandlungen anbieten. Für die Patienten ein großer Vorteil, weil sie eine zentrale Anlaufstelle für Abklärung und Therapie vorfinden.

Sorgfältige Diagnose

Doch ehe sich Betroffene einer Behandlung unterziehen, muss zuerst häufig eine Hemmschwelle überwunden werden. Viele leiden im Stillen, dabei ist Inkontinenz in den meisten Fällen heilbar. „Wichtig ist, eine auf die Patienten abgestimmte Therapiemöglichkeit zu finden, Voraussetzung dafür ist eine sorgfältige Diagnose“, betont Reinstadler. Das Zertifikat bestätigt, dass sich das Zentrum durch besondere Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten auszeichnet. Um den neuesten wissenschaftlich erprobten Therapiemethoden gerecht zu werden, gehören auch Fortbildungen zum gelebten Alltag.