Die Arbeitszufriedenheit ist in den vergangenen Jahren gesunken

Zeitdruck ist ein Faktor. Gesundheits- und Schönheitsberufe vermitteln Glück.
Wien. Die Arbeitszufriedenheit ist in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen. Eine halbe Million Menschen findet die Situation schlechter als vor zehn Jahren. Allerdings ist ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont sichtbar, geht aus dem Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) hervor.
„Die generelle Verunsicherung der Arbeitnehmer hat zugenommen“, sagt Sozialforscher Reinhard Raml vom IFES-Institut. Weiters sei eine Zunahme des Zeitdrucks zu beobachten. Insbesondere bei jenen Berufen, die ohnehin schon bei der Zufriedenheit ganz unten standen, habe die Verschlechterung zugenommen. Die drei unzufriedensten Berufsgruppen sind – wie schon seit vielen Jahren – die Beschäftigten am Bau, in der Textilwirtschaft und im Reinigungsbereich. Die Absteiger im aktuellen Arbeitsklima-Index sind Sozialwissenschaftler, Unternehmensberater und Lagerarbeiter. Und auch bei den früher sehr zufriedenen Bankangestellten ist die Zufriedenheit laut Raml beinahe abgestürzt.
Diskrepanzen
Am stärksten zugelegt beim Glück in der Arbeit haben die Gesundheits- und Schönheitsberufe. Wobei der Pflegebereich hier nicht dazugehöre, hierbei handle es sich eher um den Wellnessbereich. Pfleger seien zwar mit der Bezahlung sehr unzufrieden, der Beruf hätte aber eine sehr hohe Sinnstiftung. Eine Diskrepanz, die sie sich mit den Kindergartenpädagoginnen teilen, die zu den zufriedensten Berufssparten gehören – neben den Schönheitsberufen und den Büroangestellten. Bei Letzteren aber nur die ohne Kundenkontakt.
Gerade bei den Jungen ist der wirtschaftliche Optimismus stark gesunken. Nicht einmal jede Zweite glaubt nach einen Jobverlust, wieder leicht einen Arbeitsplatz zu finden. Vor zwei Jahren waren es noch fast drei Viertel. Viele Ältere scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass der Arbeitsmarkt nicht mehr auf sie wartet. Nur 26 Prozent der Personen ab 46 meinen, dass sie leicht einen Job finden werden.