Berufsgruppen im Dialog

Gesund / 14.10.2016 • 10:39 Uhr
Aus der Praxis für die Praxis, so lautete das Motto der Expertentage für Personal aus Zahnarztordinationen. Foto: natter
Aus der Praxis für die Praxis, so lautete das Motto der Expertentage für Personal aus Zahnarztordinationen. Foto: natter

Erstmals Expertentage für Zahnarzt- und Prophylaxeassistentinnen durchgeführt.

Lochau. (VN-mm) Unter dem Titel „ZAss meets PAss“ wurden erstmals Expertentage für Zahnarzt- und Prophylaxeassistentinnen angeboten. Die Organisatorinnen, Dentalhygienikerin Petra Natter und Zahnarztassistentin Petra Niedermair, scheinen damit eine Lücke gefüllt zu haben. Denn schon die erste Veranstaltung brachte 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Vorarlberg, Wien, Tirol und Süddeutschland nach Lochau ins Seehotel Am Kaiserstrand. „Auch für unsere Berufsgruppen ist es wichtig, ständig neues Wissen zu lukrieren“, begründen Natter und Niedermair ihr Engagement in Sachen Weiterbildung und Austausch.

Bedeutende Rolle

Ebenso soll das Berufsbild der Zahnarzt- und Prophylaxeassistentinnen geschärft werden. Denn sie spielen in den Zahnarztpraxen eine immer größere Rolle. Das bestätigte auch Klaus-Dieter Bastendorf, der sich in Deutschland für die Zahnprophylaxe starkmacht und bei den Expertentagen referierte. „Schweden hat bereits mehr Dentalhygienikerinnen als Zahnärzte“, berichtete Bastendorf. In Deutschland hingegen würden nur etwa 20 Prozent der Zahnarztpraxen eine Prophylaxe anbieten. Die Zahnmedizin sei noch zu sehr auf Reparatur ausgerichtet, kritisierte er. In Alten- und Pflegeheimen gebe es überhaupt keine Prophylaxe. „Bei der Mundhygiene herrscht wirklich ein Pflegenotstand“, formulierte Klaus-Dieter Bastendorf plakativ.

Nachholbedarf

Auch für Vorarlberg sieht Petra Natter, die seit 20 Jahren in der Prophylaxe tätig ist, noch Nachholbedarf. Nach wie vor fehle es an einem flächendeckenden Angebot. Dafür ist der Beruf der Prophylaxeassistentin seit 2013 gesetzlich geregelt. Inzwischen gibt es dreißig Prophylaxeassistentinnen und drei Dentalhygienikerinnen. Letztere wurden allerdings in Deutschland ausgebildet. Natter, die für die Prophylaxe brennt, wie sie selbst sagt, möchte ihr umfassendes Wissen mit der Kollegenschaft teilen. „Nicht Zähne bohren, sondern das Bohren verhindern“ ist bei ihr Leitmotiv. Deshalb sollen auch künftig und vor allem regelmäßig praxisorientierte Fortbildungen angeboten werden. Die Expertentage in Lochau waren ein erster Schritt dazu.

Das Bohren von Zähnen zu verhindern muss Ziel sein.

Petra Natter