Miese Arbeitsstimmung gefährdet auch Gesundheit

Gesund / 23.09.2016 • 09:55 Uhr
Wer seinen Job und die Chefs positiv erlebt, spürt die Auswirkungen auch körperlich. symbolFoto: reuters
Wer seinen Job und die Chefs positiv erlebt, spürt die Auswirkungen auch körperlich. symbolFoto: reuters

Leistung ohne Lob. Eine neue Studie zeigt: Es drohen ernste gesundheitliche Probleme.

Berlin. Mit schlechter Unternehmenskultur gefährden Arbeitgeber laut der AOK die Gesundheit der Beschäftigten. Mitarbeiter, die in ihrem Betrieb eine schlechte Stimmung erleben, sind deutlich unzufriedener mit ihrer eigenen Gesundheit und leiden häufiger unter körperlichen und psychischen Beschwerden, wie aus einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht, die unlängst in Berlin vorgestellt wurde.

Guter Führungsstil

Als wichtig für eine gute Unternehmenskultur sehen die Beschäftigten demnach unter anderem die Unterstützung durch die Chefs und einen guten Führungsstil an. Insgesamt erleben nur 55 Prozent der Mitarbeiter, dass der Arbeitgeber hinter ihnen steht. Lediglich die Hälfte der Beschäftigten wird der Umfrage zufolge für gute Arbeit gelobt. Von eigenem Einfluss auf wichtige Entscheidungen berichten zwei von fünf Mitarbeitern.

Jeder Vierte, der seine Unternehmenskultur als schlecht bewertet, ist auch mit der eigenen Gesundheit unzufrieden. Bei den Befragten, die ihr Unternehmen positiv sehen, ist es nur etwa jeder Zehnte. Eine vom Beschäftigten als schlecht erlebte Unternehmenskultur könne als gesundheitliches Risiko identifiziert werden, sagte der Vize-Geschäftsführer des WIdO, Helmut Schröder.

Körperliche Beschwerden

Ist die Stimmung im Unternehmen mies, berichten 67 Prozent der Befragten über körperliche Beschwerden. Bei positiv erlebter Unternehmenskultur sind es 32 Prozent. Über psychische Beschwerden klagen 65 Prozent der Mitarbeiter in Firmen mit schlecht erlebter Kultur – bei den Firmen mit guter Stimmung sind es immerhin nur 36 Prozent.

Bei einer schlecht bewerteten Unternehmenskultur hat laut AOK nahezu jeder dritte Beschäftigte im vergangenen Jahr mehr als zwei Wochen im Betrieb gefehlt. Bei einer positiv erlebten Unternehmenskultur war es nur etwa jeder Sechste.