In der Hitze der Nacht

Gesund / 23.06.2016 • 23:56 Uhr

Für einen guten Schlaf braucht es auch eine Absenkung der Körpertemperatur.

Graz. Sommer, Sonne, Hitzezeit: Bei Temperaturen um die 30 Grad fällt das Schlafen mehr als schwer. Viele Menschen finden in der Nacht kaum Ruhe, wälzen sich hin und her. Wenn die Erholung der Nachtruhe fehlt, steigt die Belastung des Körpers. Univ.-Prof. Manfred Walzl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Leiter des Instituts für Schlafmedizin am Landeskrankenhaus Graz Süd-West, rät zu pflanzlicher Unterstützung und gibt hilfreiche Tipps, wie es trotz nächtlicher Hitze ausgeruht und fit in den Tag geht. Denn: „Die alte Mär, der Organismus benötige im Sommer weniger Schlaf, stimmt ganz einfach nicht“, betont der Schlafexperte. „Vor allem in Räumen, die nach Westen ausgerichtet sind, kühlt es kaum ab. Um gut schlafen zu können, braucht es unbedingt eine Absenkung der Körpertemperatur.“ Deshalb einige Tipps, um der Hitze der Nacht zu entkommen:

1. Richtig lüften: Gerade im Sommer sollte man trotz Wärme vor dem Zubettgehen gut und gern zehn Minuten Stoß- und Querlüften. Tagsüber das Schlafzimmer auf jeden Fall abdunkeln, am besten durch Rollos mit reflektierenden Lamellen.

2. Die kleinste Klimaanlage der Welt: Füllen Sie eine 1,5-Liter-Plastikflasche mit Wasser und legen Sie diese für etwa eine halbe Stunde in das Gefrierfach. Wickeln Sie die Flasche anschließend in ein dünnes Tuch und legen Sie im Bett Ihre Fußsohlen darauf. Das wirkt Wunder.

3. Wechselduschen: Vor dem Einschlafen abwechselnd mit warmem (nicht heißem) und kühlem (nicht eiskaltem) Wasser abduschen. Durch die Verdunstung wird der Körper gekühlt.

4. Sport und Bewegung: Das hilft, den Körper zu entspannen. Eineinhalb Stunden vor dem Einschlafen sollte damit jedoch Schluss sein. Solange braucht nämlich der Körper, um die bei intensiver Bewegung ausgeschütteten Stresshormone wieder „herunterzufahren“.

5. Bettwäsche und Matratze: Auch in sehr heißen Nächten sollten Sie zumindest auf ein Leintuch als Decke nicht verzichten. Denn selbst bei Hitze kann der Körper auskühlen. Und wenden Sie noch öfter als sonst die Matratze, die ja mehr Schweiß aufnehmen muss.

6. Viel trinken nicht vergessen: Mindestens zwei Liter Mineralwasser, ungesüßter Tee usw. sollten es schon pro Tag sein. Das hält die Blutzirkulation in Schwung und verhindert Einbußen des Leistungsvermögens. Nur zwei Prozent weniger Flüssigkeit im Kreislauf bedeutet 20 Prozent weniger Konzentration.

7. Ernährung: Nach mehreren kleinen Portionen aus Gemüse, Obst, magerem Schinken oder auch Fisch schläft es sich wesentlich besser als nach einem üppigen Essen. Vorsicht mit Alkohol: Bei Hitze kann sich das Glas zu viel äußerst unangenehm bemerkbar machen.

Hilfe aus der Natur

„Wer trotzdem keine Ruhe findet, sollte nicht gleich zu Schlaftabletten greifen, sondern Hilfe aus dem Reich der Pflanzen annehmen“, rät Manfred Walzl. Dazu zählen beispielsweise Baldrian, Melisse und Passionsblume.

Weitere Tipps und Infos auf:
www.gesunder-schlaf.at