Eine Entscheidung aus bester Überzeugung

Dem Impfen war eine Veranstaltung im Gymnasium Sacre Coeur Riedenburg gewidmet.
Bregenz. Impfen ja oder nein? Die meisten Eltern stehen mit dieser Entscheidung und Verantwortung praktisch alleine da. Statistiken und Studien, die kaum einer nachvollziehen kann, helfen nicht unbedingt, eine klare Stellung beziehen zu können. Statt Lösung und Hilfe stehen am Ende meist Verunsicherung und Zweifel. Auf Einladung des Elternvereins diskutierten zwei Referenten im Sacre Coeur Riedenburg das Pro und Contra zur Thematik Impfen. Bernhard Jochum, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Impfreferent der Ärztekammer Vorarlberg, vertrat die Schulmedizin. Daniel Trappitsch, Naturheilpraktiker in Buchs und Vorstand des Vereins „Impfentscheid.ch“, war als Vertreter der „Impfkritiker“ gekommen. Im Anschluss konnten die Eltern an beide Vortragenden Fragen stellen.
Herdenimmunität
Mehr eine Herz-Entscheidung sei es, ob Eltern ihr Kind impfen ließen oder nicht, sagte Jochum, denn: „Eltern werden aus den Argumenten nicht schlau. Es ist unmöglich, diverse Aussagen zu prüfen.“ Er sei nicht beleidigt, wenn Eltern nicht impfen lassen, meinte er, zeigte aber einige Negativbeispiele ungeimpfter Kinder aus seiner Tätigkeit als Intensivmediziner im Krankenhaus auf. Heute seien viele der früheren gefürchteten Infektionskrankheiten praktisch verschwunden. Jochum: „Manche aber nur aus dem Bewusstsein der Menschen.“ Als Beispiele nannte er unter anderem Pocken und Kinderlähmung. Obwohl eine Impfung nur bis höchstens 95 Prozent Schutz biete, sei die „Herdenimmunität“ ein wichtiger Faktor: „Wenn viele Menschen geimpft sind, findet der Erreger weniger Wirtspersonen.“ „Stimmt nicht“, widersprach Daniel Trappitsch: „Herdenimmunität ist eine Annahme, aber nicht bewiesen.“ Als Beispiel nannte er seinerseits die Masernimpfung, die maximal eine Eigenschutzimpfung sei. „Mehr als drei Viertel aller Geimpften sind laut Studie der Mayo-Klinik ebenfalls ansteckend.“ Er appellierte an die Gesundheitskompetenz jedes Einzelnen und ans kritische Hinterfragen. „Glaube ist der Mangel an Wissen, aber mit dem Wissen wächst der Zweifel.“ Druck und Angstmacherei sollten nie der Auslöser für eine Impfung sein. „Viele Faktoren machen gesund oder krank“, meinte Trappitsch. Bedenklich sei die Entwicklung dennoch: „Von 100.000 Kinder bis 17 Jahren sind heute über 50 Prozent chronisch krank. In den 1960ern und 1970ern war das nicht so.“ Für den Rückgang diverser Infektionskrankheiten machte er unter anderem eine allgemein bessere Trinkwasser- und Hygieneversorgung verantwortlich.
Impfschäden
Gefürchtet sind sogenannte „Impfschäden“ mit Folgen. Dabei den ursächlichen und zeitlichen Zusammenhang herzustellen sei schwierig, gab Jochum zu bedenken. Impfkritische Menschen sehen in Inhaltsstoffen wie Quecksilber und Aluminium Auslöser für Allergien oder Autismus. Umgerechnet auf das Körpergewicht enthält eine Säuglingsimpfung im Vergleich zum Impfstoff eines Erwachsenen das 23-Fache an Aluminium. Trappitsch: „In den in den USA verwendeten Grippeimpfungen ist Quecksilber in hoher Konzentration enthalten.“ „Das Impfsystem wird staatlich überwacht, es sind heute weniger Antigene in den Impfstoffen enthalten“, hielt Jochum dagegen. Formaldehyd etwa werde vom Stoffwechsel selbst produziert. Jochum: „Grundsätzlich ist das Impfen sicherer geworden.“ Trappitsch: „Je weniger wir in die Natur pfuschen, desto besser.“ Fazit: Was bleibt ist die Verantwortung, und die liegt bei den Eltern.